Erweiterungspläne Der Platz reicht einfach nicht aus

Der Anbau könnte im Hof des früheren Oberamteigebäudes in Besigheim entstehen.
Der Anbau könnte im Hof des früheren Oberamteigebäudes in Besigheim entstehen. © Foto: Helmut Pangerl
Besigheim / Michael Soltys 02.06.2017

Wenn eigens der Minister zur Personalversammlung kommt, dann muss es schon einen ganz besonderen Anlass geben. In Besigheim ging es jetzt um die Schaffung weiterer Räumlichkeiten für die Richter, Notare und Angestellte im Amtsgericht. Darüber sprach Justizminister Guido Wolf mit Amtsgerichtsdirektor Volker Bißmaier, den Mitarbeitern des Amtsgerichts, den Landtagsabgeordneten Fabian Gramling (CDU) und Daniel Renkonen (Grüne) und dem Bundestagsabgeordneten Eberhard Gienger (CDU). Bei dieser Gelegenheit wurde deutlich: Die bisherigen Pläne für die Sanierung des Amtsgerichts und den Umbau des früheren Oberamteigebäudes reichen nicht aus. Ein Anbau ist notwendig, am besten wohl auf der freien Fläche hinter dem Oberamteigebäude, die im Besitz des Landes ist.

Notare als Mitarbeiter

Die Schaffung neuer Räumlichkeiten ist vor allem deshalb notwendig, weil notarielle Aufgaben und damit auch die Notare selbst  aufgrund der Notariatsreform in Baden-Württemberg künftig den Amtsgerichten zugeordnet sind. Das sind die Testaments-, Nachlass- und Betreuungsangelegenheiten. Sie sollen im ehemaligen Oberamteigebäude an der Stadtmauer untergergebracht werden, wo bisher noch Mitarbeiter des Landratsamtes ihren Arbeitsplatz haben. Mit Kosten von rund 4,1 Millionen Euro wird deshalb das alte Oberamteigebäude umgebaut und auf einer Nutzfläche von 1600 Quadratmetern moderne Bürogebäude geschaffen. Eine zweite Fluchttreppe wird errichtet, ein außen liegender Aufzug gebaut.
 Doch die Räumlichkeiten  sind beengter als es das wuchtige Oberamtsgebäude von außen vermuten lässt. Diese Erfahrung machte jetzt auch das Amt für Vermögen und Bau des Landes, das der Bauherr dieses Projektes ist. Bei dem Besuch des Ministers jedenfalls zeigte sich, dass es an einer Trennung zwischen den öffentlichen und den nicht-öffentlichen Bereichen fehlt, sprich zwischen den Verhandlungssälen und den Büros der Richter und Mitarbeiter.

 Mittel zur Standortsicherung

Das jedenfalls stellten die Abgeordneten laut einer Mitteilung von Fabian Gramling übereinstimmend fest. Als Lösung schwebt Amtsgerichtsdirektor Bißmaier und den Abgeordneten ein Anbau an das Oberamtsgebäude vor, in dem neue Räumlichkeiten für die Öffentlichkeit inklusive der Sitzungssäle entstehen könnten. Die Abgeordneten sehen darin mittel- und langfristig ein Mittel der Standortsicherung.

„Das wäre ein optimaler Platz“ bestätigte Bürgermeister Steffen Bühler im Gespräch mit der BZ die Pläne des Ministeriums. Ein Anbau an dieser Stelle würde auch die Ansicht der Stadt vom Neckar her aufwerten, glaubt er. Der Bauplatz gehört dem Land. Das Amtsgericht hat bereits jetzt aus Platznot Büros in der Innenstadt angemietet.

Das Amtsgerichtsgebäude selbst wird zur Zeit ebenfalls umgebaut und saniert. Das denkmalgeschützte Gebäude wird auf modernen Brandschutzstandard umgerüstet und mit moderner Software und Sicherheitstechnik ausgestattet.

Mit dem Umbau des Oberamteigebäudes soll gegen Jahresende begonnen werden, geht aus Gramlings Mitteilung hervor. Bis zur Fertigstellung werden die Notariats-Mitarbeiter allerdings in einem Containerdorf arbeiten müssen, das in der Talstraße errichtet wird.