Wechsel Dautel wünscht Walheim Geist, Geduld und Geld

Albrecht Dautel, rechts, mit seinem ehrenamtlichen Stellvertreter Wilhelm Weiss, der in den nächsten Wochen die Amtsgeschäfte führen wird.
Albrecht Dautel, rechts, mit seinem ehrenamtlichen Stellvertreter Wilhelm Weiss, der in den nächsten Wochen die Amtsgeschäfte führen wird. © Foto: Roland Willeke
Walheim / bz 14.07.2018

„Warum lässt man sich nicht öfter verabschieden?“. Auch bei seinem vorletzten offiziellen Auftritt als Walheimer Bürgermeister – am Sonntag wird er nach dem Wahlgang noch den Namen seines Nachfolgers verkünden – ließ Albrecht Dautel seinen ihm eigenen verschmitzten, bisweilen hemdsärmeligen Humor aufblitzen.

Mit eben diesem  Humor und einer gehörigen Portion Pragmatismus hat Albrecht Dautel 13 Jahre die Geschicke der Neckargemeinde bestimmt, im Team und in enger Abstimmung mit dem Walheimer Gemeinderat, wie er hervorhob. Das zu betonen war auch Wilhelm Weiss, dem stellvertretenden Bürgermeister, wichtig, der vor 13 Jahren übrigens selbst ein ernst zu nehmender Konkurrent um das Amt des Walheimer Bürgermeisters war.

Seine Aufzählung der gemeinsam angegangenen Projekte begann Weiss seltsamerweise mit den Baustellen, die Albrecht Dautel in seiner Walheimer Zeit nicht erfolgreich zu Ende führen konnte, wie die Ansiedlung eines Lebensmittelmarkts oder die noch nicht gebaute Kinderkrippe. Auch mit dem Wunsch nach einer Radwegunterführung im Zuge des Neubaus der Enzbrücke sei man nicht zum Ziel gelangt. Hier gebe es aber einen Hoffnungsschimmer, nachdem es am Donnerstagnachmittag zu einem Gespräch zwischen den Bürgermeistern von Besigheim und Walheim und Steffen Bilger, dem Parlamentarischen Staatssekretär beim Verkehrsministerium, gekommen sei.

200 Walheimer mehr

Angesichts dessen, was in 13 Jahren alles gelungen sei, könne man das alles verschmerzen, fuhr Weiss fort und wandte sich erfolgreichen Projekten zu, als da seien der Umbau des alten Schulhauses in ein Wohnhaus, der Umbau der Gemeindehalle, der Bau des Pflegeheims, zwei Ortskernsanierungen, das neue Feuerwehrhaus, die Renaturierung des Baumbachs, die im Bau befindliche Gasversorgung und das neu konzipierte und nach 28 Jahren endlich regendichte Museum Römerhaus. Walheim sei während Dautels Amtszeit um 200 Einwohner gewachsen.

„Sie können stolz sein auf das, was Sie in 13 Jahren hier erreicht haben”, rief Weiss dem scheidenden Bürgermeister zu, dessen Amtsgeschäfte er bis zur Vereidigung eines Nachfolgers oder einer Nachfolgerin in den nächsten Wochen übernehmen wird.

Horst Weller vom Sportschützenverein Walheim dankte für die Unterstützung, die Dautel den 21 Walheimer Vereinen stets gewährt habe. Dautel habe sich selbst in die Vereinsarbeit eingebracht: „Man sollte nicht glauben, wo ein einzelner Mensch überall mitwirken kann.“

Der Kirchheimer Bürgermeister Uwe Seibold lobte im Namen der Bürgermeisterkollegen Dautels offenen und ehrlichen Umgang und sein Engagement über die eigene Gemeinde hinaus. „Wir werden Dich nicht aus den Augen verlieren“, lautete seine „gut gemeinte Drohung“.

 Dautel selbst wünschte seiner Gemeinde, die für ihn Wohngemeinde bleiben wird, für die Zukunft „Geist, Geduld und Geld“, um den Blick nach vorn frei zu halten.

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