Energie Das Nahwärmenetz soll verbessert werden

Das Schulzentrum in Besigheim.
Das Schulzentrum in Besigheim. © Foto: Martin Kalb
Besigheim / Uwe Deecke 08.12.2016

Die Anlagen für Wärme- und Warmwasserbereitstellung für Gymnasium, Realschule, Feuerwehrgebäude  und Neckarhalle in Besigheim müssen teilweise saniert werden. Es gibt am Schul- und Sportzentrum dafür mehrere Varianten.

Nicht zur Diskussion standen in der Sitzung des Ausschuss für Umwelt und Technik die Gustav-Siegle-Halle und das FitKom, für die der Vertrag mit der Firma KWA in Bietigheim bis 2025 verlängert wurde. Auch das Freibad hat zusammen mit dem Flüchtlingsheim ein eigenes Nahwärmenetz mit einem bestehenden Blockheizkraftwerk. Planer Robert Engel vom Büro isuf (Weiskirchen) stellte in seinem Konzept daher nur Maßnahmen für die Schulen und die Neckarhalle vor, die das bestehende Netz optimieren sollen.

Engel geht davon aus, dass bei dem in die Jahre gekommenen Nahwärmenetz eine bessere Versorgungssicherheit und höhere Einsparpotenziale möglich sind. Untersucht wurden die Nahwärmeleitungen zur Realschule und zur Neckarhalle, die als vernünftig gedämmt und frei von Korrosion und Undichtigkeiten bewertet wurden. Eine Sanierung sei hier nicht erforderlich. Gleichwohl müsse eine Sanierung der Wärmeerzeugung und der Hauptverteilung aus technischer, wirtschaftlicher und ökologischer Sicht zeitnah angegangen werden.

Die beiden Kessel hierfür sind im Keller des Gymnasiums und stammen aus dem Jahr 1993. Hier bestehe mittelfristig auf Sicht von fünf Jahren Handlungsbedarf, noch dringlicher aber beim Wärmetauscher, der nicht mehr betriebsbereit ist. Bei  der Hauptverteilung entstünden Wärmeverluste, es seien überwiegend ungeregelte Pumpen mit zunehmenden Defekten.

„Da müssen wir ran“, so der Planer bei der Vorstellung seines Konzepts. In der Bauphysik zeige sich bei den Gebäuden noch erhebliches Einsparpotenzial. Unter der Vorgabe, die bestehenden Kessel noch zu erhalten, schlug er ein ergänzendes Erdgas-Blockheizkraftwerk mit einem Pufferspeichersystem vor, um die Laufzeiten der Kessel zu verbessern. Auf rund 320 000 Euro veranschlagte Engel diese Sanierung. Anschließend sollte man sich über die bauliche Sanierung Gedanken machen, die durch Fördermittel unterstützt werden könnte.

Hohe Einsparungen

Seit Beginn des kommunalen Energiemanagements im Jahr 2003 habe sich bei der Beheizung des Schul- und Sportzentrums Auf dem Kies der Verbrauch von 2200 auf derzeit rund 1500 Megawattstunden reduziert, obwohl sich die Fläche um über 1000 Quadratmeter vergrößert habe, führte Engel aus. Maßgeblich sei hier die Fassadensanierung am Gymnasium gewesen. Eine Weiterführung dieser Maßnahme empfahl er für die Realschule als mittlerweile größter Energieverbraucher aller Gebäude. Nach der Sanierung der Flachdächer stünden auch weitere Flächen für Photovoltaikanlagen bereit, die Einsparpotenziale bringen würden.

Hansjörg Kollar (BMU) unterstützte den Erhalt der bestehenden Kessel und interessierte sich für die Alternative Pellets als zusätzlicher Energielieferant statt des vorgeschlagenen Erdgas-Blockheizkraftwerks. Engel sah dies eher kritisch aufgrund der Instandhaltungskosten und der Belieferung. „Dann fahren eine Menge Lkw’s da unten“, verwies der Planer auf die möglichen Folgen. Der Ausschuss billigte anschließend das vorgestellte Sanierungskonzept einstimmig und beauftragte die Verwaltung, dies nach den Möglichkeiten der kommenden Haushaltspläne umzusetzen. Uwe Deecke