Premiere Das Geschäft  nimmt Fahrt auf

Noch ehrenamtlicher, schon bald aber hauptamtlicher Bürgermeister: Jörg Frauhammer vor seinem künftigen Dienstsitz in Gemmrigheim.
Noch ehrenamtlicher, schon bald aber hauptamtlicher Bürgermeister: Jörg Frauhammer vor seinem künftigen Dienstsitz in Gemmrigheim. © Foto: Uwe Deecke
Gemmrigheim / Uwe Deecke 06.06.2018

Es gibt manches, was Jörg Frauhammer als Rathauschef besonders macht. Er ist kein Verwaltungsmann, sondern kommt aus der Wirtschaft. Und er ist einer aus dem Ort. Mit 58,28 Prozent hatten ihn die Gemmrigheimer zum Nachfolger von Monika Chef bestimmt. In etlichen Vereinen ist er  Mitglied, auch beim Musikverein,  dessen Vorsitzender er nach wie vor ist. Doch den Vorsitz will er abgeben, und das schon seit drei Jahren, wie er im Gespräch mit der BZ sagte. Es habe sich bisher kein Nachfolger gefunden, doch das werde sich nun ändern. Jetzt, wo Frauhammer Bürgermeister ist.

Etwas Besonderes war auch die Sitzung des Gemeinderats, die Frauhammer an diesem Montag leitete. Denn wenn er auch noch nicht vereidigt ist, nimmt er doch schon Geschäfte in die Hand, wenn auch vorerst als stellvertretender ehrenamtlicher Bürgermeister. In diese Funktion war er bereits als Gemeinderat gewählt worden.

Spannend und neu

„Sehr spannend und viel Neues“ beschreibt Frauhammer seine ersten Wochen auf dem Rathaus. Es gab Geburtstagsbesuche und jede Menge Mails. Es gab auch einige Gesprächsanfragen von Organisationen und Vereinen. Wie bleibt man da als Bürgermeister mit einer solchen Verflechtung im Ort noch neutral? „Indem man den Blick aufs Ganze hat und sich eine eigene Meinung bildet“, sagt Frauhammer, ein Mitglied der SPD-Fraktion.

 Ein Problem sei das noch nie gewesen, sagt Frauhammer, der am Mittwoch, 11. Juli, vereidigt wird. Im Gremium sitzen alle Räte durchmischt nebeneinander und jeder vertritt seine eigene Meinung. Nach über 30 Jahren in der ehrenamtlichen Jugend-, Kultur- und Sozialarbeit in Gemmrigheim wisse er, wo der Schuh drückt, wo noch Potenziale zu heben seien und wie das Gemeinwesen effektiv mit Leben gefüllt werden könne, sagte Frauhammer am Ende seines Wahlkampfs.

Zwei Tage in der Woche ist er derzeit im Rathaus, und er ist seinem Arbeitgeber dankbar, dass dieser die Kündigungsfrist verkürzt hat. Statt dem 1. September kann er nun zum 1. Juli aufhören und seine Rolle als Bürgermeister ausfüllen. Bis dahin muss er seiner Beratertätigkeit noch nachkommen, die er lange Jahre im Team für Bosch ausgeübt hat. „Wenn Leute aus der Verwaltung kommen, sind sie sofort da“, sagt der Gemmrigheimer, bei Leuten aus der Wirtschaft gehe das nun mal nicht. Er werde danach keinen Beratervertrag haben und nur in Notfällen  zur Verfügung stehen. Dafür habe er auch bei der Kommunalaufsicht im Landratsamt nachfragt, die so etwas im kleinen Rahmen toleriere.

Zwei Minuten zu spät

Die erste Sitzung am Montag begann zwei Minuten zu spät, aber nach dem Schlag der Rathausuhr, die in Gemmrigheim immer zwei Minuten nachgeht. Frauhammer bedankte sich bei den Mitarbeiten, die ihm den Einstieg so leicht wie möglich gemacht haben. „Das Geschäft nimmt schon ziemlich Fahrt auf“, erklärte er, es sei spannend und erfrischend, was da auf einen zukommt. Dass er nun auch Ehen schließen darf, ist eine der Neuheiten.

Die Sitzung selbst dauerte 40 Minuten, und da hatte Frauhammer auch schon ein Versprechen eingelöst. „Keine Zehn-Minuten-Sitzungen“ mehr wollte er im Rathaus. „Ich denke, es gibt viel mehr Themen, die besprochen werden können“, sagt er. Öffentlich werde man alles machen, was interessant ist. „Und das ist zunächst mal alles.“ 

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