Der bevorstehende Castor-Transport auf dem Neckar bewegt die Menschen. Aber ruft er auch Widerstand hervor? Am Wochenende protestierten die Kernkraftgegner mit Booten auf dem Neckar gegen den Beginn der Transporte. Eine Umfrage unter Passanten in Besigheim und Kirchheim, wo der Schiffstransport vorbeikommt, zeigt jedoch, dass zwar viele Menschen besorgt sind und sich bedroht fühlen, viele aber gelassen bleiben. Eine der häufigsten Antworten war: Irgendwo muss der Müll ja hin.

Sicher ist: Das Bundesamt für kerntechnische Entsorgungssicherheit (BfE) hat die Genehmigung für den Transport der abgebrannten Brennelemente aus dem Kernkraftwerk Obrigheim (KWO) in das Standort-Zwischenlager des Kernkraftwerks Neckarwestheim (GKN) vor einigen Tagen erteilt. Doch wann genau die Castoren transportiert werden, darüber hüllen sich die Behörden und Energieversorger EnBW in Schweigen. Dies sei Teil der Genehmigung, argumentiert EnBW.

Die Brennelemente befinden sich derzeit laut EnBW abgesichert in einem Nasslager innerhalb des Obrigheimer Kraftwerks. Pro Schiffstransport sollen drei  Castoren nach Neckarwest­heim gebracht werden, sodass für die 342 Brennelemente in Obrigheim mit insgesamt fünf Transporten zu rechnen ist.