Vier Arbeitskreise entstanden bei der Gründung der lokalen Agenda: Der Arbeitskreis Siedlung und Landwirtschaft/Weinbau ist derzeit ohne Leitung. Wolfgang Theiss leitet Umwelt und Wirtschaft. Soziales, Bildung, Kultur und Freizeit wird von Martin Haußmann und Mobilität, Energie, Klima von Heinrich Blasenbrei-Wurtz geleitet. Er wollte unlängst im Gemeinderat die alte Solaranlage auf der Friedrich-Schelling-Schule der Stadt übergeben (die BZ berichtete).

Wichtig im Zusammenhang mit der Agenda sind auch der frühere Stadtleitbildbeauftragte Dieter Schedy sowie die ehemalige Quartiersmanagerin Bettina Ongerth, die aus der Heimstiftung kommt und sich unter anderem um die Versorgung alter Menschen und die Koordination von Vereinen und Organisationen kümmert.

Viele der Aufgaben, die Ende des vergangenen Jahrtausends in einem öffentlichen Prozess besprochen wurden, seien erledigt, stellte Bürgermeister Steffen Bühler vor geraumer Zeit im Gespräch mit der BZ fest. Viele weitere seien jedoch zu einer dauerhaften kommunalen Aufgabe geworden.

Aufgabe: Solaranlage

Vor allem im Solarbereich wird das so kommen. Die Solaranlage auf dem Dach der Schule arbeite noch bis 2020 mit einem  Fördersatz von 50 Cent pro Kilowattstunde, erklärt Heinrich Blasenbrei-Wurtz, eine Förderung von der heute viele nur träumen. Doch sie sei aufgrund der schwachen Leistung und hohen Versicherungsbeiträgen, die auf öffentlichen Gebäuden wie in einer Schule anfallen, unrentabel geworden. Die Stadt nahm die Schenkung nicht an und der Arbeitskreis wird die Anlage, deren Förderung 2020 ausläuft, abmontieren müssen. Eine Entsorgung sei nicht erforderlich, ist sich Heinrich Blasenbrei-Wurtz sicher, denn es gebe einen Gebrauchtmarkt für funktionierende Anlagen.

Klar wurde auf der Sitzung: Die Stadt steigt nun ins Photovoltaikgeschäft ein und will die Anlagen auf der Schule sowie auf den neuen Ottmarsheimer Gebäuden selbst betreiben. Sie sollen Teil der Maßnahmen im Klimapakt sein, dem die Stadt Besigheim im Oktober beigetreten ist. Bis Mitte Februar möchte das beauftragte Büro Isuf für die Solaranlagen verlässliche Zahlen zur Wirtschaftlichkeit vorlegen.

Ein weiteres aktuelles Projekt, das sich derzeit entwickelt, kommt nicht von der lokalen Agenda, auch wenn es hier viele personelle Überschneidungen gibt. Der „Bürgerbus für Besigheim“, der von der früheren Quartiermanagerin Bettina Ongerth im Rahmen einer Zukunftswerkstatt initiiert wurde, könnte bald Realität werden.

Erste Überlegungen und Vorbereitungen stellte die Gruppe den Bürgern in einer Informationsveranstaltung vor und auch auf dem Weihnachtsmarkt wurde für die Mitarbeit geworben. Man sucht Fahrer und Strecken, die ein solcher Bus fahren könnte. Vor allem für Senioren, für die die Entfernungen zur Haltestelle weit sind, wäre das Angebot hilfreich, egal ob es zum Supermarkt oder zum Arzt geht.

Heinz Streicher, BdS-Vorsitzender und bei der Lokalen Agenda ein Mann der ersten Stunde, sondiert derzeit zusammen mit sechs Interessierten die Haltestellen und die erste Route, die für die Zielgruppe interessant wäre. „Es braucht eine Initialzündung“, so Streicher, dem ein Linienbus lieber wäre als ein Ruf-Taxi. Bis April will man die Anregungen abwarten, bevor eine Route festgelegt wird, die man ein Jahr als Teststrecke befahren könnte. „Wichtig sind die Lebensmittelgeschäfte, das Rathaus und das neue Ärztehaus“, nennt Streicher Anlaufpunkte einer solchen Linie.

Orte, die von den öffentlichen Bussen nicht oder sehr selten angefahren werden, seien etwa der Flurweg oder Straßen im Schäuber und Ingersheimer Feld, wo es keine Haltestellen mehr gebe. Das Projekt braucht nicht nur ehrenamtliche Fahrer,  sondern auch ein Fahrzeug, das finanziert werden muss. „Die Bereitschaft der Stadt ist da“, so der BdS-Vorsitzende, der sich auch Sponsoren für den ersten kleinen Linienbus vorstellen könnte.