Glasfaser Breitband: Gut versorgt

Nach dem Vectoring-Ausbau wird Walheim von zwei Anbietern – Unitymedia und Telekom – flächendeckend mit Internet-Geschwindigkeiten von 50 bis 100 Mbit pro Sekunde versorgt.
Nach dem Vectoring-Ausbau wird Walheim von zwei Anbietern – Unitymedia und Telekom – flächendeckend mit Internet-Geschwindigkeiten von 50 bis 100 Mbit pro Sekunde versorgt. © Foto: Uli Deck/dpa
Walheim / Roland Willeke 31.07.2018

Für Sie gibt es im Moment nichts zu tun.“ Diese Botschaft an den Gemeinderat hatte Thomas Rosner – früher Bürgermeister von Steinheim und jetzt Berater bei der Breitbandberatung Baden-Württemberg – am Donnerstag nach Walheim mitgebracht.

Nach dem von der Telekom schriftlich zugesagten und bereits begonnenen kostenlosen Vectoring-Ausbau wird die Gemeinde auf dem größten Teil ihrer Fläche mit Ausnahme der Wannengrabenhöfe von zwei Anbietern - Unitymedia und Telekom - flächendeckend mit Internet-Geschwindigkeiten von 50 bis 100 Mbit pro Sekunde versorgt. Diese Geschwindigkeiten, so Rosner, seien für die nächsten drei bis fünf Jahre für die meisten Anwendungen „auskömmlich“. Aus diesem Grund würde derzeit weder der Bund noch das Land einen kommunalen Breitbandausbau fördern.

Anders sieht es längerfristig aus. Im Jahr 2025, so die Erwartung, würden mehr als 75 Prozent aller Haushalte Bandbreiten von mehr als 500 Mbit pro Sekunde nachfragen. Damit werde die im Moment gute Breitbandversorgung auch in Walheim nicht mehr ausreichen.

Die Lösung lautet FTTB, „fibre to the building”, also Glasfaser in jedes Haus. Der Vectoring-Ausbau der Telekom sieht Glasfaser nur bis zum Verteiler vor. Die letzte Strecke bis zum Haus wird nach wie vor mit einem Kupferkabel überbrückt.

Kosten von 3,3 Millionen Euro

Die Breitband-Beratung Baden-Württemberg hat das Glasfasernetz für Walheim fertig durchgeplant und kommt auf Kosten von 3,3 Millionen Euro ohne Berücksichtigung von Fördermitteln. Aber mit denen ist – wie erwähnt – derzeit ohnehin nicht zu rechnen.

Den Walheimern bleibt im Moment also tatsächlich nichts anderes übrig als abzuwarten, bis ein Versorger diese Summe in die Hand nimmt, um in Walheim auch noch das letzte Haus mit Glasfaser anzufahren. Für die Aussiedlerhöfe im Wannengraben wird das nicht gelingen. Das Volumen, so Rosner, sei mit rund zehn Anschlüssen in jedem Fall zu gering und damit für einen Investor unattraktiv. Abhilfe könnte eine Richtfunkstrecke aus dem Dorf zu den Aussiedlerhöfen schaffen.

Zurück zur Startseite Zum nächsten Artikel