Eine knappe Woche wurden in der Besigheimer Hauptstraße Geschwindigkeitsübertretungen gezählt, wo Tempo 20 gilt. Dabei gab es in dieser Zeit über 700 Überschreitungen der Höchstgeschwindigkeit. „Der Schnellste war mit 49 Kilometer unterwegs“, erklärt eine Mitarbeiterin der Bußgeldstelle gegenüber der BZ zur den Messungen, die auch nachtsstattfanden.

Der „Enforcement Trailer“, was so viel bedeutet wie Durchsetzungs-Anhänger, kann fünf bis sechs Tage rund um die Uhr per Laser messen und mit zwei Kameras Fotos machen, so lange reicht sein Akku.

Dann hat er Pause und muss wieder aufgeladen werden. In dieser Zeit werden die erfassten Daten ans Rechenzentrum geschickt, ausgewertet und es kommen später die Bußgeldbescheide ins Haus. Auch wer zu schnell fährt und sein Handy am Ohr hat, wird zur Kasse gebeten und muss mit einem Eintrag in Flensburg rechnen. Wenn es um Punkte geht, wird auch ein Beweisfoto mitgeliefert, und es kann Stellung genommen oder Einspruch eingelegt werden.

Die Einsprüche hätten sich gehäuft in der letzten Zeit, so die Mitarbeiterin. Zuletzt sei der Trailer in der Kirchstraße gewesen, Zahlen lägen aber noch keine vor.

284 waren in 7 Tagen zu schnell

Die gibt es aber aus der kleinen Oberamteigasse, wo eine Begrenzung von 7 Kilometer gilt. Vom 24. Juni bis 30. Juni wurden hier 1532 Fahrzeuge gemessen und es gab 284 Überschreitungen. Hier war das schnellste gemessene Fahrzeug mit 47 Kilometern unterwegs, was mit Sicherheit einen Führerscheinentzug bedeutet.

Vor allem nachts wurde in der Vergangenheit in der Hauptstraße zu schnell gefahren. Sie war der Grund, warum die Stadt sich entschieden hatte, den tonnenschweren Blitzer für rund 140 000 Euro anzuschaffen. Wer vom Bahnhof Richtung Heilbronn oder Autobahn möchte, kürzt hier gerne ab und fährt nicht selten zu schnell.

Mit der neuen Technik können nun rund um die Uhr die Verkehrssünder ermittelt werden. Um den Trailer zu justieren und die Technik zu beherrschen, wurden die Mitarbeiter der Stadt zuvor speziell geschult.

Eine weitere Abkürzungsstrecke verläuft über die Turmstraße Richtung Kleiningersheim. Auch hier könnte der Trailer mit Sicherheit zum Einsatz kommen, so das Ordnungsamt, auch im Hartweg könnte der Mobilblitzer bald stehen.

Wegziehen lässt sich der Anhänger bei seinem Gewicht nicht, wenn er einmal abgesenkt wurde. Seine abgedichtete, beschusssichere Hülle sowie ein Alarmsystem schützen ihn vor Sachbeschädigung.

Beschuss- und alarmgesichert

Bespuckt und getreten wird er aber, weiß man im Ordnungsamt, um die fällige Strafe kommt man aber dennoch nicht herum.

Hat sich die Situation in den genannten Straßen gebessert? Das sei sicher so, bekräftigt die Mitarbeiterin der Bußgeldstelle, und es spreche sich auch schnell herum, wo er stehe. „Eine halbe Stunde später war es in Facebook“, erklärt sie zur Messung in der Hauptstraße, im Verlauf der sechs Tage nähmen die Überschreitungen ab. Es gibt daher schon einen pädagogischen Effekt durch den Trailer.

Auch dass Bürger anrufen und um eine Aufstellung der Blitzanlage bitten, habe es schon gegeben. Dann werde aber zunächst die bisherige Technik verwendet, die mit Messgeräten ermittelt, wie schnell hier gefahren wird und untersucht, ob das Aufstellen des Enforcement-Trailers sinnvoll sei.