Besigheim Blasmusik macht richtig Spaß

Ein imposantes Bild in der Besigheimer Stadthalle Alte Kelter: Das Abschlusskonzert des D2-Lehrgangs des Blasmusikkreisverband unter der Leitung von Roland Haug.
Ein imposantes Bild in der Besigheimer Stadthalle Alte Kelter: Das Abschlusskonzert des D2-Lehrgangs des Blasmusikkreisverband unter der Leitung von Roland Haug. © Foto: Richard Dannenmann
Besigheim / Von Roland Haug 06.08.2018

49 Mädchen und 49 Jungs aus verschiedenen Musikvereinen im Landkreis haben sich eine Woche lang fortgebildet: Musikalisch, zwischenmenschlich und tänzerisch. Unter dem Motto „Musik in Bewegung“ durften die durchschnittlich 14-jährigen Nachwuchsmusiker im Schullandheim Strümpfelbrunn nämlich Square Dance tanzen. Unter professioneller Anleitung von Hans-Gerd Gasser lernten sie Figuren wie „doe side soe“, „promenade“ oder den „left hand star“. Das ging natürlich nicht ohne viel Gelächter ab.

Doch dass die Jugendlichen in ihrem D2-Lehrgang auch ernsthaft gearbeitet haben, konnten die Eltern, Großeltern und Freunde am Freitagnachmittag in der Alten Kelter beim Abschlusskonzert hören. Mit dem kombinierten D1- und D2-Lehrgangsorchester, das gerade noch knapp auf die erweiterte Bühne passte, starteten die wenig hitzeempfindlichen Musiker überzeugend mit dem Stück „Kleine Ungarische Rhapsodie“ von Alfred Bösendorfer. Unter der musikalischen Leitung von Stadtmusikdirektor Roland Haug ließen die jungen Leute, die mit voller Konzentration dabei waren, die voll besetzten Zuhörerränge aufhorchen. Jeder Einsatz saß, die Dynamik wurde beachtet und die zahlreichen Register- und Tempiwechsel waren überzeugend.

Und der Dirigent war nicht wie so oft überflüssig: Seine Anweisungen per Taktstock wurden befolgt. Für die geübten Ohren der Eltern präsentierten sich danach die einzelnen Register, wie sie in Strümpfelbrunn zusammen geübt haben: Die Querflöten und Oboen, die von Renata Pultineviciene und Evelyn Haller weiter gebildet wurden, präsentierten witzig und mitreißend den Klassiker „Der kleine grüne Kaktus“. Mit dabei war eine Gesangseinlage, das abwechselnde Aufstehen, das sich Zuwenden und Wegducken. Die Besucher waren begeistert.

Moderator Wolfgang Lutz nahm die Gelegenheit wahr, Anneliese Tosch mit ihrem Team der Bläserjugend zu loben: Ihre musikalische Gesamtleitung des Kurses sei sehr gelungen gewesen. Viel Lob kam auch von Dr. Bernhard Petri, dem ersten Vorsitzenden der Stadtkapelle Besigheim und von Wolfgang Klein, dem Vize-Präsidenten des Blasmusik-Kreisverbands Ludwigsburg, die verrieten, dass alle Teilnehmer den Kurs mit Bravour bestanden haben.

Die Vorstellung der Register setzte eine Gruppe von Klarinetten und Saxophonen unter Leitung von Monika Held aus Steinheim fort. Sie spielten für die Zuhörer den Ambiance Dixie mit Schmackes. Die übrigen Saxophone hatten bei Rudi Artinger aus Poppenweiler das Stück „Mercy, mercy, mercy“ einstudiert. Den Zuschauern wurde hierbei ausdrücklich das Wippen auf den Stühlen erlaubt. „Rummel Bummel“ hieß danach der Titel der fünf Szenen Kirmesorgel, Riesenrad, Geisterbahn, Achterbahn und Autoscooter. Dies trug das Lehrgangsorchester wieder gemeinsam mit viel Verve vor.

Mit „Die glorreichen Sieben“ überzeugte danach das Trompeten- und Flügelhornregister unter Leitung von Roland Haug. Etwas ruhiger folgte das tiefe Blech mit „La Cucaracha“. Die Bläser hatten bei Martin Klaschka aus Vaihingen und Michael Helminger aus Murrhardt geübt.

Zur eher trockenen Materie gehörte beim Lehrgang die Musiktheorie, die erfolgreich und unterhaltsam von Sophie Scholl aus Oßweil und Stefan Kuntzer aus Tamm vermittelt wurde. Mit „Baba Yetu“ kam nun schon die leichtere Kost, die vom Lehrgangsorchester präsentiert wurde. Danach ertönte die zweite Hälfte des tiefen Blechs, das ausgezeichnet „Celebration“ intonierte. Begeisterung rief danach das D2-Schlagzeugregister mit „Rock Trap“ hervor. Mit wenigen Mitteln, aber großer Abwechslung, mit Phantasie und viel Rhythmusgefühl rissen sie alle mit. Doch die Überraschung folgte unmittelbar. Der Applaus war kaum verklungen, setzte das Orchester das gleiche Stück ebenso rhythmisch um. Verabschiedet hat sich das Lehrgangsorchester schließlich mit „Can`t take my eyes off you“ – natürlich nicht ohne die sehnsüchtig erklatschte Zugabe.

Auszeichnungen für die Besten

Als Lehrgangsbeste ausgezeichnet wurden Matteo Malchin, Julia Weiß, Aileen Stroda, Luca Mißbach, Paula Ferenbach und Isabelle Zaubitzer. Alle anderen Lehrgangsteilnehmer waren ebenfalls erfogleich: Sie erarbeiteten sich einen traumhaften Notendurchschnitt von 2,2. ri

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