Besigheim Besigheimer Schüler handeln als Staatsbürger

Besigheimer Gymasiasten werden von ihrem „Kanzler“ Christopher Koller auf der Parlament der „Vereinigten Staaten von Schrempfingen“ (VSS) verpflichtet.
Besigheimer Gymasiasten werden von ihrem „Kanzler“ Christopher Koller auf der Parlament der „Vereinigten Staaten von Schrempfingen“ (VSS) verpflichtet. © Foto: Felicitas Pschierer
MICHAEL SOLTYS 13.07.2016
Rund anderthalb Jahre dauerte es, bis die Idee umgesetzt wurde: Zum Schulahresende präsentiert sich das Gymnasium als eigenes Staatswesen.

„Vereinigte Staaten von Schrempfingen“ – diesen Namen wird das Besigheimer  Gymnasium Ende Juli für drei Tage tragen.  Das Gymnasium organisiert sich für ein Schulereignis als Staatswesen, mit eigenem Parlament, Staatspräsident, Etat und Gesetzen und sogar mit einer eigenen Währung, dem „Besi“. Seit mehr als einem Jahr haben sich Schüler und Lehrer darauf vorbereitet, das Projekt „Schule als Staat“ gemeinsam zu stemmen. Gemeinsam mit den Verbindungslehrerinnen Lena Wieser und Anja Biedermann wurde die Idee bei einer SMV-Klausur fortentwickelt.

 Die erste demokratische Entscheidung betraf die Wahl des Namens. Neben den „Vereinigten Staaten von Schrempfingen“ standen dabei Namen wie „Christopherland“ oder „Chrislandia“ zur Wahl, fast alle mit Bezug auf den Namensgeber des Gymnasiums, Christoph Schrempf. Im Februar wurde schließlich ein eigenes Parlament gewählt, zudem aus den Reihen der Schüler sieben Parteien gebildet wurde, manche mit seriösem Namen wie „Konservative Volkspartei K.V.P“ oder „Schrempfinger Schülerpartei SSP“. Aber auch die Partei „LSD – Die Bunten“ oder das „Bündnis für Frieden, Freiheit und Kuchen“ traten zur Wahl an. Bei seiner ersten Sitzung wählte das Parlament Christopher Koller zum Kanzler. Mit nur einer Stimme Vorsprung setzte sich Schülersprecher Daniel Christen als Staatspräsident mit repräsentativer Funktion durch.

 An drei Tagen, von Donnerstag, 21. Juli, bis Samstag, 23. Juli, wird sich zeigen, ob die Schule als Staatswesen funktioniert. In dieser Zeit haben die Schüler eine Menge von Aktionen und Angeboten für ihre Gäste vorbereitet.  Die Besucher des jungen Staates erwartet laut den Organisatoren ein vielfältiges Programm an kulturellen Höhepunkten sowie kulinarischen Köstlichkeiten, sportlichen Betätigungsfeldern und politischen Debatten. Die „Bürger“, womit die Schüler gemeint sind, bieten beispielsweise eine Auto- und Fahrradwaschanlage an; Besucher können sich Hennatattoos  malen oder Strähnen in die Haare einflechten lassen oder mit dem Bobbycar Rennen durchführen. Im Künstleratelier kann Inspiration gesucht werden, das Wellness-Studio garantiert Entspannung, in zahlreichen Cafés findet sich Stärkung. Das Fotoparadies hält diese Erinnerungen für jeden fest.

Schülersprecher und „Staatspräsident“ Daniel Christen sieht in den VSS ein Stück Gemeinschaft, eine Institution der „Freiheit, Aufgeschlossenheit und Zusammenarbeit“.  Als Repräsentant des Staates freut er sich auf den Besuch von Staatssekretär Volker Schebesta aus dem Kultusministerium, auf das Kommen der Landtagsabgeordneten Daniel Renkonen und Fabian Gramling sowie weiterer lokaler Politiker.

„Kanzler“ Christopher Koller begeistert an diesem Projekt vor allem, dass man eigene Ideen einbringen und umsetzen kann. Jeder Schüler könne seinen „Betrieb“ eröffnen, kreativ sein und damit sein Geld verdienen. Aktive, teils sogar hitzige Diskussionen hat Nils Gross erlebt. Er wurde zum Parlamentspräsidenten gewählt und sieht seine Aufgabe daher vor allem darin, „für Ruhe zu sorgen und Struktur in die Sitzungen zu bringen“.

Aktionen an drei Tagen

Grenzöffnung Die Staatsgrenzen der „Vereinigten Staaten von Schrempfingen“ sind  Donnerstag, 21. Juli, und Freitag, 22. Juli, jeweils von acht bis 16 Uhr sowie am Samstag, 23. Juli, von zehn bis 17 Uhr geöffnet. Um den Staat zu unterstützen, werden Gäste gebeten, beim Eintritt mindestens fünf Euro in die „lokale“ Währung umzutauschen. Sie erhalten dafür 50 Besis.