Seit rund 20 Jahren gibt es die Markungsputzete in Besigheim, und da haben die Initiatoren schon so manches erlebt. Alte Kühlschränke, Fernseher, Altöl oder ganze Hausmüllsäcke hatten Bürger einfach in die Natur geworfen, erinnert sich Bürgermeister Steffen Bühler. Stadtgärtner Rolf Zeller musste sich da manches Mal als Detektiv betätigen. Einen Umweltsünder machte er über einen Brief ausfindig, der im Müll versteckt war. Der Verursacher bekam eine vierstellige Strafe und und die Gebühr für die Entsorgung aufgebrummt. Seitdem sei es in den letzten Jahren ruhiger geworden, die Leute achteten mehr auf ihre Umwelt, so Zeller.

"Wir haben mittelprächtiges Wetter, aber daran arbeiten wir noch" motivierte der Bürgermeister die Helfer. Dafür schmecke dann der Fleischkäsweck am Ende umso besser, verwies er auf die Belohnung. Stadtgärtner Rolf Zeller teilte die Gruppen ein, nahm Vorschläge für Putzgebiete auf und gab Sicherheitshinweise. Vorsicht sei an den Gleisen geboten, wo immer wieder Müll aus den Zügen landet. Dass die Teilnehmer an den Aktionen auch versichert seien, stellte Zeller zu Beginn klar. Natürlich dürfe niemand ohne Warnkleidung auf die Straße oder in den Verkehrsraum, so der Stadtgärtner. Wer beispielsweise einen Ölbehälter finde, der solle lieber anrufen und die Entsorgung der Stadt überlassen.

Wie immer war die Geocacher-Gruppe um Bernd Eisenmann eine der stärksten an diesem Samstagmorgen. Sie veranstalten sonst Navi-Suchspiele über das Smartphone und kennen sich in und um Besigheim bestens aus. Auch die Feuerwehr war mit der Jugendabteilung dabei und zusammen mit dem Einsatzfahrzeug angerückt. Gemeinderat und Realschullehrer Christoph Herbst nahm sich mit einigen seiner Schüler das Gebiet um die Realschule vor, um dort für Sauberkeit zu sorgen. Familie Leidl war durch Oma, Mutter und Sohn Lennox mit drei Generationen vertreten. "Um für den Ort was zu machen", waren sie zum ersten Mal da, und sie wären auch gekommen, wenn es noch mehr geregnet hätte.

Am Ende kam so einiges zusammen: 70 Säcke mit Müll in Besigheim, dazu 32 Rollen Dämmwolle, die einfach am Häckselplatz abgelegt worden waren. In Ottmarsheim wurden laut Walter Ziegler 38 Säcke gesammelt, 20 sollten im Industriegebiet folgen. Zwei Kühlschränke und Reifen hatten dort Bürger ebenfalls einfach entsorgt. Firmenchefs halfen ebenso tatkräftig bei der Markungsputzete mit wie die stark vertretene Jugendfeuerwehr, so Ziegler.