Mehr als 400 Stufen geht es vom Ufer der Enz den Niedernberg hinauf. Die Himmelsleiter, wie der steile und enge Weg genannt wird, führt hoch zum Panoramaweg oberhalb von Besigheim und Walheim. Einmal oben angelangt, geht es für Spaziergänger und Wanderer weiter nach Walheim zum Aussichtspunkt „Schönste Weinsicht“ oder auf Besigheimer Markung zur Weinkanzel, beide Wege mit schönen Aussichten auf Weinberge und Tal. In diesen Tagen wird unterhalb der Weinberge, beim Einstieg in die Himmelsleiter nach dem Bahndurchlass, ein weiterer Fixpunkt angelegt: ein Informationspavillon, der den Weg zwischen den Rebstöcken in den Steillagen zum Weinerlebnispfad aufwerten soll.

Der neue Pavillon, der mit Kosten von rund 100 000 Euro veranschlagt ist, entsteht auf einem Grundstück der Stadt Besigheim. Er ist bereits seit mehr als zwei Jahren in der Planung. Bilder und Texte, die dort an Tafeln angebracht werden, sollen die Besucher und Touristen über den Weinbau in den Steillagen informieren, über die Rebsorten ebenso wie über den Boden und die schwierige Art der Bewirtschaftung. Nach den Plänen von Architekt Klaus Eggler soll sich der Pavillon möglichst harmonisch in die Weinbaulandschaft einfügen. Auf glänzende Materialien wurde deshalb bewusst verzichtet.

Die Landschaftsarbeiten sind nach Informationen von Stadtbaumeister Andreas Janssen bereits weit fortgeschritten. Janssen hofft, die veranschlagten Kosten unterschreiten zu können. Nächster Schritt ist der Stahlbau. Metallplatten mit Schlitzen, die an die Weinbergstickel in den Rebhängen erinnern sollen, umranden den Pavillon. Darüber wird eine leichte Dachkonstruktion aus Metall angefertigt, die nach oben hin offen ist. Danach erst werden die Tafeln mit den didaktischen Erläuterungen angebracht und das Holzdeck aufgelegt, so Janssen.

„Wir wollen auf dem Platz über den Steillagenweinbau und die Beschwerlichkeit des Erhalts dieser Kulturlandschaft aufklären und informieren“, sagte der Stadtbaumeister auf Nachfrage der BZ. Die Himmelsleiter selbst bleibt unverändert. Sie wird lediglich gereinigt und der Bewuchs zurückgeschnitten. Die Weinerlebnisführer können die Informationsplattform, die Platz für 15 bis 20 Menschen bietet, ebenso nutzen wie andere Besuchergruppen.

Der Bau des Pavillons, von dem sich der Blick auf die Stadt Besigheim bietet, fügt sich ein in das touristische Konzept der Stadt Besigheim. Nach Gesprächen mit Tourismusminister Guido Wolf, der sich bereits vor etwa zwei Jahren in den Weinbergen über das Projekt informierte, konnte sich die Stadt auch einen Zuschuss des Landes sichern, den Janssen mit 25 000 Euro bezifferte.