Das Industriegebiet auf der Ottmarsheimer Höhe wird erneut erweitert. Am Montagabend hat der Zweckverband eine entsprechende Änderung des Bebauungsplanes für den sechsten Bauabschnitt beschlossen. Es geht um eine 1,3 Hektar große Fläche, die sich an die Bebauung zwischen der Rudolf-Diesel-Straße und der Max-Eyth-Straße anschließt.

 Das Besondere daran: Die benachbarte Landschaftsbaufirma aus dem Industriegebiet, die dort erweitern möchte, muss ihre Gebäude unterhalb der Freileitungen erreichten. Eine nicht allzu hohe Bebauung, beispielsweise mit Garagen oder Carports, oder eine Nutzung als Lager- und Umschlagplatz ist möglich, wie Gespräche mit dem Energieversorger Transnet ergeben haben, weil die unteren Leitungsseile des Stromnetzes bereits abgebaut wurden.

Bisher nicht erlaubt

Nur in einem kleinen Eckbereich ist es möglich, eine Halle zu bauen. Wegen der fehlenden Sicherheitsabstände war das Gelände bisher nicht bebaubar. Photovoltaik-Anlagen sind ebenso wenig erlaubt wie die Nutzung als Abstellfläche für Wohnwagen.

Im Flächennutzungsplan des Jahres 2006 ist das Grundstück, um das es jetzt geht, bereits als gewerbliche Fläche eingeplant. Die Gründflächen, die bisher unterhalb der Freileitungen eingeplant waren, können aufgegeben werden, „weil der Bedarf an gewerblich nutzbaren Grundstücken besteht“, wie es in der Begründung des Bebauungsplanes heißt.

Eine besondere Erschließung ist nicht notwendig, damit entfallen wesentliche Kosten für den Zweckverband. Das Gelände kann an das vorhandene System angeschlossen werden, haben Untersuchungen gezeigt. Gleiches gilt für die Wasserversorgung. Im kommenden Jahr sollen die Rudolf-Diesel-Straße, die Ferdinand-Steinbeis-Straße und die Max-Eyth-Straße ausgebaut werden.

Vor der Verabschiedung der Satzung befasst sich die Versammlung des Zweckverbandes am Montag auch mit den Stellungnahmen und Anregungen von Behörden und Organisationen. Das Landratsamt weist darauf hin, dass mit der jetzt vorgestellten Planung die Kompensation von Eingriffen in die Natur, wie sie bis dahin bestand, hinfällig sind. Das müsse jetzt an anderer Stelle erfolgen. Das gesamt Gelände wird etwa drei Meter tief abgegraben, die bisher öffentlichen Grünflächen bebaut und versiegelt.

Völlig ausgeglichen

Um diesen Verlust auf dem Ökokonto auszugleichen, wird der Zweckverband auf verschiedenen landwirtschaftlich genutzten Flächen in Erligheim, Bönnigheim-Hofen und Mundelsheim Boden auftragen. Die Genehmigungen für die Bodenauffüllung sind bereits erteilt, stellt der Zweckverband fest, mit den Pflanzungen wird der Zwerckverband 2020 beginnen. In Mundelsheim werden mehrere Streuobstwiesen angelegt, dazu werden Ackerflächen genutzt, ebenso in Besigheim. Innerhalb des Zweckverband-Gebietes sind die Planer nicht mehr fündig geworden. Unter dem Strich kann der ökologische Verlust vollkommen ausgeglichen werden, stellt das beauftragte Planungsbüro fest.