Die Nachricht, die Ende der vergangenen Woche einging, war ein schwerer Schlag für den Verein, der das Café Bricklebrit in Walheim betreibt, und dessen Gründer Jürgen Kunz. Die Baubehörde im Landratsamt verweigert die Genehmigung für den Umbau und die Umnutzung des Kleintierzüchterheims. Dort hatten die Betreiber des Bricklebrit neue Räume einrichten wollen, nachdem sie die Alte Kelter in Walheim, ihr ursprüngliches Domizil, aus brandschutzrechtlichen Gründen aufgeben mussten.

Die Begründung der Behörde: Der Betrieb des Bricklebrit verträgt sich nicht mit dem Wohngebiet, in dem das Kleintierzüchterheim liegt. Der Verein hatte in dem 65 Plätze fassenden Café etwa 100 Veranstaltungen jährlich angemeldet, die sich auch bis nach 22 Uhr ausdehnen können. Die Anzahl der Veranstaltungen, die Besucherzahl und die Betriebszeiten seien „mit dem Zweck eines Wohngebietes nicht mehr vereinbar“, schreibt das Landratsamt. Mehrere Nachbarn hätten bereits Einwände erhoben.

„Sprachlos und frustriert“, reagierte Vereinsvorsitzender Jürgen Kunz auf die ablehnende Nachricht. „Bürokratische Ignoranten“ machten dem erfolgreichen Kulturprojekt das Leben schwer, findet er. Weitermachen will er trotzdem. Die Nachricht der Ludwigsburger Behörde „bedeutet das Ende des Bricklebrit in Walheim, sicher aber nicht das Ende des Kulturprojekts“.

Nach dem erzwungenen Auszug aus der Alten Kelter sei das Kleintierzüchterheim mit Kosten von mehr als 10 000 Euro umgebaut worden, allein 3000 Euro mussten für den Architekten aufgewendet werden, die Mitglieder des eigens gegründeten Vereins verbrachten 300 Stunden damit, die Bühne für Veranstaltungen herzurichten. Das alles war vergebens, die Mitglieder des Vereins seien „enttäuscht, frustriert und demotiviert“.

Ihm sei es unverständlich, warum  das kulturelle Angebot des Bricklebrit nicht mit einem allgemeinen Wohngebiet zu vereinbaren sei, so Kunz weiter. Die Alte Kelter stehe im Dorfkern von Walheim. Dort sei der Betrieb vor drei Jahren von der gleichen Behörde problemlos genehmigt worden. Nach dem Umzug ins Kleintierzüchterheim an den Ortsrand direkt neben der  B 27 mit lediglich zwei Wohnhäusern in der Nachbarschaft soll dies jetzt nicht mehr möglich sein, wundert sich der Vereinsvorsitzende. Er sei sicher, kurzfristig einen neuen Standort für das Bricklebrit zu finden, „den allerdings in einer Gemeinde, die den Wert unserer Kulturarbeit schätzt“. Bereits an diesem Wochenende seien Gespräche geführt worden, im Sinne der Mitglieder gehe es darum, nach vorne zu schauen.

Angesichts dieser Entscheidung ist es fraglich, ob die Diskussion über die Genehmigung des Bricklebrit im Walheimer Gemeinderat noch von Belang ist. Dort steht das Thema an diesem Donnerstag, 12. Dezember, auf der Tagesordnung.

Liste von Vorbehalten

In der Vorlage an den Gemeinderat versichert Hauptamtsleiterin Isabell Zimpel zwar, wie sehr es der Gehemeinde daran liege, das Kulturprojekt und die Vereine zu unterstützen. Umfangreich listet sie allerdings auch die Vorbehalte gegen das Bricklebrit auf.

Mit erhöhtem Verkehrsaufkommen und zusätzlichem Lärm in der Nacht sei zu rechnen, so die Hauptamtsleiterin, die das Baugesetzbuch zitiert, wonach gesunde Wohn- und Arbeitsverhältnisse gewahrt bleiben müssen. Das stellt sie in Frage. Die Art der baulichen Nutzung als Kulturcafé sei in diesem Gebiet nicht vorgesehen. Der Dammweg, an dem das Kleintierzüchterheim liegt, sei schmal und weder für die Parkierung noch für den Begegnungsverkehr geeignet, die Erschließung steht für Zimpel generell in Frage. Ihre mehrfache Aufforderung „dies alles sei baugesetzlich vor der Genehmigung zu prüfen“, dürfte im Bauamt des Landkreises aufmerksam gelesen worden sein.