Besigheim Bauarbeiten dauern bis Ende Juli

Die aktuelle Baustelle in der Kirchstraße reicht etwa vom Café Hirsch bis zum Ratsstüble.
Die aktuelle Baustelle in der Kirchstraße reicht etwa vom Café Hirsch bis zum Ratsstüble. © Foto: Martin Kalb
bz 17.05.2018

Ende Mai soll die Kirchstraße fertig sein. Davon waren alle Beteiligten ausgegangen, als die Sanierung der zentralen Straße in der Altstadt Ende Januar vorgestellt worden war. Jetzt gehen die Straßenbauer und die städtische Verwaltung davon aus, dass es Ende Juli wird, bis alle Platten und alle Pflastersteine verlegt sind. Das wurde am Dienstag deutlich, als die Mitglieder des Ausschusses für Umwelt und Technik die Baustelle in Besigheim besichtigten.

Mittlerweile können die Gäste beim Café Hirsch wieder unbehelligt ihren Kaffee oder ihr Weizenbier trinken. Von dort aus zieht sich aktuell der Bauzaun die Straße hoch bis etwa zum Ratsstüble. Vier Wochen nach der letzten Besichtigung, als es bereits Kritik am Fortschritt der Arbeiten gab, „sind wir deutlich weiter“, sagte Stefan Maier, der Leiter des städtischen Tiefbauamtes. „Die beauftragte Firma hat ihre Zusagen eingehalten.“

Es fehlte an Personal

Zunächst hatte der starke Frost für Verzögerungen gesorgt. Offensichtlich fehlte es aber auch am Personal, um den Zeitplan einhalten zu können. Nach der Besichtigung Mitte April war zusätzlich Personal auf der Baustelle zu sehen, wenn auch nicht an allen Tagen, wie Stadtrat Ulrich Gerstetter von der CDU am Dienstag kritisch bemerkte. Er sei nach wie vor entsetzt über den langsamen Fortschritt. Gerstetter äußerte Zweifel, dass die Pflastersteine normgerecht an die Häuser anschließen.  Stadträtin Sibylle Reustle von der SPD bemängelte das schmale Fugenmaß in manchen Abschnitten. Die Bauarbeiter müssten jetzt „Gas geben, so gut es geht“, sagte Bürgermeister Steffen Bühler.

Schon einmal, bei der Sanierung des Pflasters in der Hauptstraße, hat die Stadt schlechte Erfahrungen gemacht. Damals folgte ein langer Rechtsstreit mit der Baufirma, die während der Arbeiten Insolvenz anmelden musste. Deshalb hat die Stadt jetzt einen Gutachter eingeschaltet, der den Fortgang in der Kirchstraße überwacht und mit der Qualität der Arbeiten zufrieden ist, legte Stefan Maier dar.  Der Pflasterer lege große Sorgfalt bei der Auswahl der Steine an den Tag, berichtete der Leiter des Tiefbauamtes. Zu einem Rechtsstreit wird es diesmal wohl nicht kommen, berichtete Bürgermeister Bühler in der anschließenden Sitzung des Gemeinderates.

Die Anwohner in der Altstadt müssen mithin noch mehr als zwei Monate mit den Behinderungen leben. Laut dem Zeitplan von Reinhold Meyer, dem Bauleiter der Baufirma, wird der jetzige Bauabschnitt bis Freitag, 25. Mai, fertig. Ab Mittwoch, 6. Juni, ist die Kirchstraße wieder bis zum Marktplatz befahrbar. Die Bauarbeiter setzen ihre Arbeiten zunächst oberhalb des Marktplatzes fort. Ab Montag, 25. Juni, geht es auf dem Marktplatz weiter, in dieser Zeit wird die Schlossgasse für die Zufahrt gesperrt. Ab dem 9. Juli werden die Arbeiten im letzten Teilstück etwa vom Gerber Haus hoch fortgesetzt. Jeweils zehn Tage nach Fertigstellung sind die neuen Abschnitte wieder befahrbar. Spätestens Anfang August ist die Kirchstraße wieder in vollem Umfang nutzbar, versicherte der Bauleiter.

Die Einzelhändler der Innenstadt üben sich bis dahin in Geduld, auch wenn die Verzögerungen „ärgerlich“ seien, wie Hansjörg Kollar im Gespräch mit der BZ sagte. Er ist Stadtrat und zugleich Vorsitzender der Einzelhändler-Vereinigung MCB. Klagen seien nur dann zu hören, „wenn sich auf der Baustelle wenig tut“, sagte er. Mittlerweile funktioniere es jedoch „leidlich“. Das Ergebnis sehe jedenfalls nicht schlecht aus.

Mit der Eröffnung des diesjährigen Fischmarktes am Samstag, 21. Juli, wollen die Ladeninhaber auch die neue Kirchstraße einweihen. Bereits am Sonntag, 10. Juni, findet „Besigheim spielt“ statt, wo sich die Organisatoren mit der Baustelle in der Kirchstraße arrangieren müssen. Mit verschiedenen Aktionen wollen die Einzelhändler während der Bauzeit Kunden in die Innenstadt locken. Dazu gehört auch „Jakob und der Bürgermeister“, ein Kabarett mit den Schauspielern Rolf Butsch als Jakob und Rüdiger Erk als Bürgermeister. Es findet an diesem Donnerstag, 17. Mai, 18.15 Uhr, im Rathaus statt.

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