Walheim Bahn hakt Schallschutzwände für Walheim ab

Diese Simulation der Deutschen Bahn zeigt, wie es in Walheim nicht aussehen wird. Anstelle von Schallschutzwänden erhalten die Anwohner nun Unterstützung bei passiven Lärmschutzmaßnahmen.
Diese Simulation der Deutschen Bahn zeigt, wie es in Walheim nicht aussehen wird. Anstelle von Schallschutzwänden erhalten die Anwohner nun Unterstützung bei passiven Lärmschutzmaßnahmen. © Foto: Fotomontage: Deutsche Bahn
Andreas Lukesch 12.06.2018

Mit einem in dieser Form wahrscheinlich einzigartigen Bürgerentscheid hat sich Walheim am Sonntag in die Liste herausragender Bürgerbefragungen eingetragen. Bei hoher Beteiligung hat sich eine Mehrheit der Bürger gegen die Errichtung von Schallschutzwänden entlang der Bahnstrecke durch ihren Ort ausgesprochen (die BZ berichtete am Montag aktuell).

Rund zwei Meter hoch sollten die 1000 Meter langen schallschluckenden Wände werden und rund 2,5 Millionen Euro kosten, bezahlt von der Bahn über ein Förderprogramm des Bundes. Doch nachdem sich der Gemeinderat in der Sache nicht zu einer einmütigen Entscheidung hatte durchringen können (2015 hatte er mit hauchdünner Mehrheit dagegen gestimmt und später den Vorschlag von Bürgermeister Albrecht Dautel, die Bürger entscheiden zu lassen, abgelehnt), fiel das endgültige Votum erst nach einer Unterschriftensammlung und dem Bürgerentscheid.

Der passive Lärmschutz

Ein Votum gegen Lärmschutz – aus rein optischen Gründen, wie die unterlegenen Begründer der Initiative für aktiven Lärmschutz noch am Sonntagabend mutmaßten. Und ein Votum gegen den scheidenden Bürgermeister Dautel, der sich für die Mauer oder den Wall ausgesprochen hatte, sich am Sonntag aber auch sichtlich erleichtert zeigte, dass er der Bahn nun noch kurz vor seinem Wechsel ins Bönnigheimer Rathaus eine endgültige Entscheidung aus Walheim mitteilen konnte.

Die war am Montag bereits bei der DB Netz AG angekommen. Kommentiert wurde sie nicht, ein Bahnsprecher bestätigte aber gegenüber der BZ, dass jetzt „ausschließlich passive Maßnahmen umgesetzt“ würden, wie etwa Schallschutzfenster. Sie kommen die Anwohner teurer als eine Schallschutzwand. Zwar werden laut Bahn 75 Prozent der Kosten gefördert, den Rest müssen aber die Eigentümer selbst tragen.

Wie’s dann weitergeht, erklärt der Bahnsprecher so: „Zunächst wird beim Eisenbahn-Bundesamt ein Antrag auf Zuwendung gestellt. Sobald dieser bewilligt ist, wird eine Honoraranfrage bei qualifizierten Fachbüros durchgeführt. Nach Auftragsvergabe wird mit der Umsetzung der passiven Maßnahmen begonnen.“ Voraussichtlich im Herbst dieses Jahres könne man soweit sein, heißt es.

Zunächst aber werden die Eigentümer angeschrieben, deren Gebäude eine sogenannte „Überschreitung der Sanierungsgrenzwerte“ aufweisen und somit förderfähig sind. Diese erhalten dann einen Förderantrag. Ein Fachingenieur erstellt darauf bei einer Ortsbegehung ein Gutachten des jeweiligen Hauses oder der Wohnung, in dem die erforderlichen Schallschutzmaßnahmen und die zugehörigen Kosten ermittelt werden. Der Eigentümer wählt nun die Maßnahmen aus, die er umgesetzt haben möchte und teilt das dem Fachbüro mit. Nach der Auftragsvergabe können die Handwerker anrücken.

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