Vorschriften Asphaltdecke auf dem Häckselplatz

Michael Soltys 01.12.2016

Manchmal kann der Walheimer Schultes Albrecht Dautel nur noch den Kopf schütteln, wenn er in seine Eingangspost schaut. So fand er dort zum Beispiel kürzlich eine Aufforderung der AVL – der Abfallverwertungsgesellschaft des Landkreises Ludwigsburg –, die Gemeinde möge ihren Häckselplatz asphaltieren. Der Platz gehört der Gemeinde und wird, wie in den anderen Kreisgemeinden auch, von der AVL bewirtschaftet. Dautel findet deren Ansinnen „verwunderlich“, liegt der Häckselplatz doch in einem Landschaftsschutzgebiet. Zudem ist es erst wenige Jahre her, dass die Gemeinde ihren Häckselplatz saniert hat. Damals war von Asphaltierung noch keine Rede.

Hilft alles nichts; die Vorschriften haben sich halt inzwischen geändert. Die Gemeinde hat jetzt zwei Jahre Zeit, den neuen Anforderungen nachzukommen. Dautel hofft, in Verhandlungen mit der AVL eine für Walheim kostengünstige Lösung zu finden. Die glaubt er in einem anderen Fall bürokratischer Hektik bereits gefunden zu haben. Das Verkehrsministerium des Landes hat die Gemeinde aufgefordert, endlich einen Lärmaktionsplan aufzustellen. Bisher hat man höheren Ortes geflissentlich darüber hinweg gesehen, dass er fehlt, wohl wissend, dass ein solcher Plan sowieso für die Katz’ wäre.

Der Hauptlärmverursacher in Walheim ist nämlich die Bahn, und die ist für ihren Lärm und dessen Bekämpfung selber zuständig. Die nahe B 27 bringt nicht die erforderlichen Zahlen, um Lärmschutz selbst für nahe Anwohner zu rechtfertigen. Im Ort ist es sowieso ruhig; fast überall gilt Tempo 30. Aber jetzt gerät das Land selbst unter Druck. Die EU droht dem Ministerium in Stuttgart mit einem Vertragsverletzungsverfahren, wenn das Land nicht alle 600 bis 700 Kommunen, die noch keinen Lärmaktionsplan haben, zwingt, einen solchen aufzustellen. Auch bei erwiesener Sinnlosigkeit.

Zum Glück gibt es das Internet, wo der Walheimer Bürgermeister einen Muster-Lärmaktionsplan gefunden hat. Der, so meinte er jetzt vor seinen Gemeinderäten, lasse sich ohne großen Aufwand mit den erforderlichen Zahlen, die auch aus dem Internet abrufbar seien, ausfüllen.
Roland Willeke