Walheim Anja Klohr zieht zurück

Michael Soltys 03.07.2018

Dass es ein Dreikampf wird, damit hatten die drei Kandidaten, die am Sonntag bei der Bürgermeisterwahl in Walheim vorne lagen, alle gerechnet. Jetzt ist es ein Zweikampf geworden. Robert Bezner, am Sonntag Drittplatzierter (20,38 Prozent), geht in die Stichwahl gegen Tatjana Scheerle (38,65 Prozent). In dieser Konstellation sieht Anja Klohr, im ersten Wahlgang mit 24,62 Prozent auf Platz zwei, keine Chance mehr für sich. „Der Abstand zu Tatjana Scheerle ist zu groß“, begründete sie ihre Entscheidung.

Tatjana Scheerle zeigte sich vom Rückzug Klohrs völlig überrascht. Sie hatte es angesichts des Ergebnisses eher andersherum erwartet: Bezner gibt auf und Klohr geht in die Stichwahl. „Jetzt wird es noch einmal spannend“ ist sie überzeugt. Am Morgen hatte sie sich gegenüber der BZ noch „erleichtert und glücklich“ über ihr Wahlergebnis gezeigt. Ihr Verwaltungswissen und ihre Kenntnis des Orts sind für Scheerle zwei Gründe, warum sie die Spitzenposition erobern konnte. Für die zweite Runde am Sonntag, 15. Juli, bei der die einfache Mehrheit reicht, sieht sie keinen Anlass, ihren Wahlkampf inhaltlich noch zu ändern. Sie  habe sich vorgenommen, „an jeder Haustür in Walheim zu klingeln“, das sei bisher nicht ganz gelungen, „ein paar Straßenzüge fehlen noch“, in denen die Kandidatin jetzt noch vorsprechen will.

Anja Klohr war bereits am Morgen nach der Wahl die Enttäuschung und die Unsicherheit über die Ursachen noch deutlich anzumerken. Für den weiten Abstand zu Scheerle „habe ich keine Erklärung“, sagte sie. Für ihre Art sich zu präsentieren, habe sie guten Zuspruch in der Bevölkerung bekommen. „Ich war so wie ich im wirklichen Leben bin, nicht nur im Wahlkampf“, sagte sie.

Klohr war schnell klar: Um Tatjana Scheerle noch vor der Ziellinie abzufangen, müsste einer von beiden zurückziehen: Sie oder Robert Bezner. Als schließlich Bezner am Nachmittag gegenüber der BZ deutlich machte, dass er nicht aufgeben werde, zog sie zurück. Sie wäre sehr gerne Bürgermeisterin in Walheim geworden, aber bei drei Bewerbern sei ihre Chance zu gering.

Robert Bezner musste eine Zeitlang mit sich ringen und Freunde und Familie um Rat fragen, bis der Entschluss fiel: „Ich mache weiter.“ Er sieht sich als Alternative zu den beiden Verwaltungsfachfrauen: Als Mann, aber auch als jemand, der von außen als Fachfremder „eine neue Denkweise“ in die Gemeinde bringt. Er sei überzeugt, dass er die aufschlussreichsten Konzepte und Ideen in den Wahlkampf eingebracht habe. In den kommenden beiden Wochen will er die Gespräche mit Einzelnen und Gruppen in Walheim noch intensiver führen und deutlich machen, dass mangelnde Verwaltungserfahrung „mich nicht ausschließt“.

Für Stefan Hammel war schon am Abend der Wahl klar, dass er nicht mehr weitermacht. Mit 10,26 Prozent der Stimmen, „war das Ergebnis einfach zu schlecht“, sagte er im Gespräch mit der BZ. „Ich hätte das nicht gedacht.“ Sicher ist für ihn: „Die Mitbewerber sind einfach gut.“ Und das sei „gut für Walheim.“ Diesem Bewerberfeld geben sich auch Stefan Strauch (4,24 Prozent) und Hans Joachim Thyret, (0,96 Prozent) geschlagen. Sie treten beide nicht mehr an, gaben sie bekannt.

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