Besigheim Abriss oder Sanierung?

Um dieses Gebäude auf dem Gelände der Friedrich-Schelling-Schule, den Mittelbau, geht es im Kern. Soll er abgerissen werden oder reicht eine Sanierung?
Um dieses Gebäude auf dem Gelände der Friedrich-Schelling-Schule, den Mittelbau, geht es im Kern. Soll er abgerissen werden oder reicht eine Sanierung? © Foto: Martin Kalb
Michael Soltys 20.07.2018

Wie geht es weiter mit dem Schulgelände für Grund- und Gemeinschaftsschule? Kann der Altbau über der Enz, in dem die Grundschule untergebracht ist, für zeitgemäße Unterrichtskonzepte genutzt werden? Muss die Gemeinschaftsschule erweitert werden und wenn ja, wo gibt es Platz dafür? Im Hauptschulgebäude selbst oder im benachbarten Mittelbau? Und vor allem: Lohnt es sich, den Mittelbau überhaupt noch weiter zu renovieren, oder kommt ein Abriss günstiger und birgt bessere Möglichkeiten? Das ist die zentrale Frage, die ein Gutachten klären soll, das der Ausschuss für Umwelt und Technik in seiner Sitzung am Dienstag einstimmig an das Besigheimer Architekturbüro „fps“ von Jochen Feyerabend vergeben hat. Das Büro soll nicht nur mögliche Nutzungen und Sanierungsmaßnahmen beschreiben, sondern auch die Kosten dafür zusammenstellen.

Zuletzt im Mai hatte sich der Gemeinderat eingehend mit der Raumsituation an der Grund- und der Gemeinschaftsschule befasst. Die Schülerzahlen steigen, und darauf möchte die Stadt vorbereitet sein. Anlass war ein entsprechender Antrag der CDU bei den Haushaltsberatungen für 2018.

Was Stadtbaumeister Andreas Janssen braucht, um Entscheidungen vorbereiten zu können, sei ein Raumprogramm und ein Ort, um es umsetzen zu können, sagte er am Dienstag im Ausschuss. Momentan untersucht eine Beratungsfirma aus Bonn, wie es mit der Gemeinschaftsschule weitergeht, welche Raumkapazitäten notwendig sind. Aber um das erwartete Ergebnis umzusetzen, muss eben auch klar sein, ob die Gebäude dazu geeignet sind und wie es um deren Substanz steht. Eben diese Informationen soll das Gutachten von „fps“ liefern.

Der Altbau über der Enz mit seinen großen Klassenräumen stammt aus dem Jahr 1902, ist aber gut in Schuss, steht bisher fest. Im Dachgeschoss gibt es Platz für zwei weitere Klassenräume, doch um ihn zu nutzen, müsste ein zweiter Fluchtweg angelegt werden, machte Stadtbaumeister Andreas Janssen im Mai deutlich.

Eigentliches Ziel des Gutachtens ist der Mittelbau auf dem Schulhof, der aus dem Jahr 1958 stammt, und den einige Stadträte bisher für baufällig gehalten haben. Das muss aber nicht unbedingt so sein, machte der Stadtbaumeister deutlich: „Ich habe den Mittelbau noch nicht aufgegeben.“ Immerhin sei bisher viel Geld in das  Gebäude gesteckt worden, etwa 150 000 Euro in den vergangenen Jahren. Bodenbeläge wurden erneuert, der Wärmeschutz und der Schallschutz verbessert, neue Fenster eingebaut. Jahrzehntelang sei der Mittelbau als abgängig beschrieben worden, wunderte sich Stadtrat Ulrich Gerstetter von der CDU. Dort sei auf jeden Fall die einzige universell verwendbare Fläche, „um kurzfristg reagieren zu können.

Was einen Abriss erheblich erschweren dürfte: Im Kellergebäude des Mittelbaus ist eine Nahwärmezentrale untergebracht. Von hier aus werden die Schulhäuser ebenso mit Wärme versorgt wie das Steinhaus, das Gebäude in der Pfarrgasse 24 und die Stadtkirche. Das alles müsste erhalten bleiben, sollte das Gebäude darüber abgerissen werden, machte Janssen im Ausschuss deutlich.

Mit dem Gutachten wird laut dem Stadtbaumeister noch ein anderer Zweck verfolgt:  Die Stadt spekuliert auf ein Sanierungsprogramm des Bundes für die Schulen und damit auf entsprechende finanzielle Förderung. „Darauf wollen wir vorbereitet sein“, sagte er.

Spätestens zum Ende September 2019 müssten entsprechende Förderanträge gestellt werden, sagte Beigeordneter und Kämmerer Klaus Schrempf. Die Entscheidung über Abriss oder Sanierung und den Ausbau der Schule soll deshalb zeitnah fallen, sagte Bürgermeister Steffen Bühler. Bis Jahresende soll ein Beschluss gefasst werden, kündigte er an.

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