Schwerpunkt Frankreich „Tour de France“ zum Neckarfest

Am Freitagnachmittag kamen sie an, die Radfahrer aus Frankreich. Sie hatten sich extra beeilt, um im Café Bricklebrit das Weltmeisterschaftsspiel der französischen Mannschaft sehen zu können. Einziger Wunsch nach 1000 Kilometer Strecke: „Bier, Bier, Bier.“
Am Freitagnachmittag kamen sie an, die Radfahrer aus Frankreich. Sie hatten sich extra beeilt, um im Café Bricklebrit das Weltmeisterschaftsspiel der französischen Mannschaft sehen zu können. Einziger Wunsch nach 1000 Kilometer Strecke: „Bier, Bier, Bier.“ © Foto: Roland Willeke
Walheim / Roland Willeke 07.07.2018

Heuer sind es genau 30 Jahre, dass sich Walheimer Bürger und eine kleine Delegation aus den französischen Gemeinden Anetz, Saint Herblon, La Roche-Blanche und Pouillé-les-Côteaux zum ersten Mal trafen und sich gegenseitig „beschnupperten“. Eingefädelt hatte das auf privater Basis stattfindende Treffen der in Walheim lebende Gymnasiallehrer Klaus Goldmann, der noch aus Tübinger Studententagen enge Verbindungen zu seinem Freund Jean-Pierre Taupin pflegt, der in einer der vier französischen Kommunen lebt.

Die vier Dörfer befinden sich an der Loire im Westen Frankreichs, ziemlich genau tausend Kilometer von Walheim entfernt, in unmittelbarer Nähe des Landstädtchens Ancenis – gelegentlich das Tor zur Bretagne genannt – auf halbem Weg zwischen Angers und der einstigen Hafenstadt Nantes. Man trifft sich seit den Anfängen der deutsch-französischen Verbindung mindestens einmal im Jahr, abwechselnd an der Loire oder am Neckar. Das letzte Treffen fand erst vor wenigen Wochen statt, als eine fünfköpfige Delegation aus Walheim unter Führung von Bürgermeister Albrecht Dautel und Klaus Goldmann, heute Vorsitzender der „Freunde Frankreichs Walheim e. V.“, an der in den Partnerkommunen gefeierten „fête de l’Europe“ teilnahm, die in diesem Jahr dem Nachbarland Deutschland gewidmet war. Die Schulen der Partnergemeinden hatten eigens Projekttage organisiert, an denen den Schülern Deutschland nahegebracht werden sollte, unter tätiger Mithilfe der Gäste aus Deutschland (die BZ berichtete).

Für den auf dem Absprung nach Bönnigheim stehenden Bürgermeister Albrecht Dautel war das Anlass, sich von den französischen Partnern in seiner Funktion als Bürgermeister zu verabschieden – als Walheimer Bürger bleibt er den Freunden Frankreichs und der Partnerschaftsidee erhalten. Die endgültig letzte Begegnung als Bürgermeister wird Dautel mit den Walheimer Partnergemeinden an diesem Wochenende haben, wenn er das Walheimer Neckarfest – so heißt das Dorffest der Walheimer, seit es vor zwei Jahren von der Hauptstraße auf die Neckarwiese umgezogen ist – eröffnen wird.

Aufgeregte Vorfreude

Bei den Freunden Frankreichs herrscht derweil aufgeregte Vorfreude, denn rund 45 Gäste aus den Partnerkommunen haben sich für das Wochenende in Walheim angesagt. Darunter sind 14 wadenstarke Pedalisten, die schon am Freitag vor einer Woche ihre Räder bestiegen haben, um die tausend Kilometer in Angriff zu nehmen. Das Peloton der französischen Radfahrer hat seine achttägige „Tour de France“ am Freitagnachmittag vor dem Cafe-Bricklebrit beendet. Allerdings nicht ohne Blessuren: Einer der Radfahrer musste die Tour nach einem Sturz in der Champagne vorzeitig beenden. Die per Bus anreisenden Besucher werden an diesem Samstag ebenfalls im Cafe-Bricklebrit erwartet.

Untergebracht werden sämtliche Besucher aus Frankreich in Familien aus Walheim und Umgebung. Dass es seit 30 Jahren regelmäßig gelingt, alle Gäste sowohl in Frankreich als auch hierzulande in Familien unterzubringen, halten sich die Freunde Frankreichs besonders zugute.

Wein und Crémant

Am Wochenende wollen sich die Franzosen voll in das Neckarfest einbringen. Geplant ist an beiden Festtagen eine Gesangseinlage der französischen Gäste mit traditionellen französischen Trinkliedern, hoffentlich verstärkt durch einige sangesfreudige Walheimer. Am Stand der Freunde Frankreichs wollen die Gäste helfen, ihren mitgebrachten Loire-Wein und das eine oder andere Gläschen Crémant, so heißt der Sekt von der Loire, an den Mann oder die Frau zu bringen.

Zum „Neckartreiben“ am Sonntagnachmittag hat Klaus Goldmann extra für die französischen Gäste ein Wasserfahrzeug gebaut, mit einem richtigen Fahrrad drauf. Mit ihm sollen sich besonders mutige und wasserfeste Franzosen auf den wilden Neckar begeben. An beiden Tagen läuft ein Jedermann-Boule-Turnier, das die Freunde Frankreichs auf der von ihnen gebauten Boulebahn auf der Neckarwiese anbieten.

Am Montag steht die Goldstadt Pforzheim auf dem Ausflugsprogramm der französischen Gäste. Besucht wird das Technische Museum und das Panoramagemälde „Rom 312“ im Gasometer. Die Rückreise ist für Dienstag geplant.

Zurück zur Startseite Zum nächsten Artikel