Bilanz 8,1 Millionen Euro für die Mitglieder

Am Donnerstag flog der Hubschrauber in den Weinbergen über dem Neckar, um gegen Mehltau-Krankheiten zu spritzen.
Am Donnerstag flog der Hubschrauber in den Weinbergen über dem Neckar, um gegen Mehltau-Krankheiten zu spritzen. © Foto: Martin Kalb
Besigheim / sol 13.07.2018

Der Umsatz ist leicht gestiegen, die Menge an Wein, die verkauft werden konnte, ist stabil geblieben, es waren lediglich 1500 Liter weniger als im Vorjahr. Mit dieser Bilanz des Jahres 2017 traten am Donnerstagabend Aufsichtsrat, Vorstand und Geschäftsführung der Felsengartenkellerei vor die Generalversammlung der Genossenschaft.

 Der Jahrgang hat sich deutlich positiver entwickelt, als nach den Frostnächten vom 20. und 21. April zu erwarten war. „Die Witterung war so toll, dass sich die Vegetation gut erholt hat“, sagte Vorstandschef Götz Reustle im Gespräch mit der BZ vor der Versammlung. Mit einer gestaffelten Lese haben die Mitglieder dazu beigetragen, die Trauben zum optimalen Zeitpunkt zu ernten. Einziges Manko: Mit etwa 7,1 Millionen Kilo Trauben, das sind 106 Kilo auf das Ar gerechnet, sei die Menge „etwas kurz“ geraten, sagte Reustle.

9,08 Millionen Liter Wein

Lieferprobleme habe die Genossenschaft deshalb aber nicht bekommen, betonte er. Etwa 7,12 Millionen Liter Wein hat die Kellerei 2017 verkauft. Konsolidiert man das Verkaufsergebnis mit dem der hundertprozentigen Tochtergesellschaft Weingilde und dem Felsenkeller, an dem die Felsengartenkellerei ein Drittel hält, wurden sogar 9,08 Millionen Liter Wein abgesetzt. Das ist ein neuer Absatzrekord, hob Geschäftsführer Hans-Georg Schiller hervor.  Der Gesamtumsatz liegt damit bei einer „Bestmarke“ von 25,5 Millionen Euro, auf die Felsengartenkellerei allein berechnet liegt er bei 21,1 Millionen Euro, das ist ein Plus von 0,52 Prozent.

Die Weingilde, eine GmbH, war vor einigen Jahren in Zeiten knapper Weinmengen gegründet worden, um Wein von Dritten aufzukaufen und damit die Discounter zuverlässig beliefern zu können. Dieses Konstrukt wurde beibehalten, so Schiller. Im Jahr 2017 habe die Felsengartenkellerei etwa zwei Millionen Liter zugekauft, die Weingilde selbst hat 4,2 Millionen Liter abgesetzt.

Trotz der stabilen Absatzzahlen musste die Genossenschaft Abstriche in Höhe von 4 Cent pro Liter am Durchschnittserlös machen, so Schiller auf BZ-Nachfrage. Der Durchschnittspreis liegt aktuell bei 2,68 Euro netto. Dies sei eine Folge der gestiegenen Liefermenge von offenem Wein an die Tochterunternehmen, machte Geschäftsführer Schiller deutlich. Statt wie in den Anfangsjahren lediglich vier, werden heute 20 verschiedene Weine an die Discounter geliefert, „viele davon im Aktionsbereich“, sie sind also besonders günstig.

Mit etwa 13 000 Euro fällt der Bilanzgewinn ausgesprochen dürftig aus. Doch das sei keine relevante Zahl für eine Genossenschaft, betonte Schiller. Wichtiger ist aus seiner Sicht etwas ganz anderes: Rund 8,1 Millionen Euro wurden als Traubengeld für die Lese 2014 an die Mitglieder ausgezahlt, das entspricht einem Kilopreis von 1,08 Euro.

Etwa 13 000 Euro beträgt die Summe, die Wengerter der Genossenschaft pro Hektar Rebfläche verdient haben. „Für Württemberg ist das ein sehr hohes Niveau“, betonte Vorstandschef Reustle, das in den kommenden Jahren nur schwer zu halten sei. Unmöglich ist es nicht. Die Kostensätze pro verkauftem Liter Wein seien sehr günstig. Und Reustle sieht im Betrieb der Kellerei durchaus noch Optimierungspotential. Die nächste bedeutende Investition ist der Kauf von zwei Maschinen für die Abfüllanlage, der mit etwa 940 000 Euro zu Buche schlagen wird.

Der Jahrgang 2018 ist vielversprechend. Vom Hagel der vergangenen Woche blieb das Neckartal verschont. Die Genossenschaft plant mit dem Verkauf von etwa sieben Millionen Liter Wein, konsolidiert mit der Weingilde möchte sie 8,65 Millionen Liter verkaufen.

Zurück zur Startseite Zum nächsten Artikel