Gemmrigheim 58,28 Prozent für Jörg Frauhammer

Jörg Frauhammer, der künftige Bürgermeister von Gemmrigheim, mit Amtsinhaberin Monika Chef kurz nach der Verkündung des vorläufigen Ergebnisses der Bürgermeisterwahl.
Jörg Frauhammer, der künftige Bürgermeister von Gemmrigheim, mit Amtsinhaberin Monika Chef kurz nach der Verkündung des vorläufigen Ergebnisses der Bürgermeisterwahl. © Foto: Richard Dannenmann
Von Uwe Deecke 05.03.2018

Mit deutlichem Vorsprung vor seinen Mitbewerbern gewann am Sonntag Dr. Jörg Frauhammer die Wahl zum neuen Bürgermeister von Gemmrigheim. Er löst damit Monika Chef nach 24 Jahren Amtszeit ab und setzte sich gleich im ersten Wahlgang mit 58,28 Prozent der Stimmen durch.

Auf einen denkwürdigen Tag verwies Monika Chef angesichts des frühlingshaften Wetters und des VfB-Auswärtssiegs, bevor sie das Wahlergebnis im Rathaus bekannt gab. Von den 3302 Wahlberechtigten haben 1803 gewählt, was eine Wahlbeteiligung von 54,6 Prozent bedeutet (2010: 57 Prozent). Hinter Jörg Frauhammer kam Tobias Lichter aus Mühlacker mit 26,22 Prozent auf den zweiten und Joachim Koch aus Bietigheim-Bissingen mit 14,37 Prozent auf den dritten Platz. Alle anderen drei Kandidaten hatten nach der Auszählung eine Null vor dem Komma.

Riesenapplaus gab es vor der Rede im Foyer, bevor Jörg Frauhammer seinen Dank aussprach. Noch ein denkwürdigerer Tag sei es, weil auch die große Koalition stehe und der VfL Gemmrigheim gewonnen habe. Auch dort ist er Mitglied wie in vielen Vereinen im Ort, sein Herz gehört aber dem 380 Mitglieder starken Musikverein, wo er Vorsitzender ist.

„Ich danke allen, die mich kritisch begleitet und ermutigt haben, diesen Schritt zu tun“, erklärte der Entwicklungsingenieur bei Bosch, der sich als Nicht-Verwaltungsmann durchgesetzt hat. Ohne die Rückendeckung, auch durch den Gemeinderat, hätte er diesen Schritt nicht gemacht, so Frauhammer. Sein Leben werde sich nun ändern, und er werde sich bemühen nun schnell für die Gemeinde produktiv zu werden.

Positive Rückmeldungen

„So ein starkes Ergebnis hätte ich nicht erwartet“, sagte Frauhammer anschließend im Gespräch mit der BZ. Es habe viele positive Rückmeldungen gegeben, aber auch ein zweiter Wahlgang sei im Bereich des Möglichen gewesen. Dass eine Verwaltung einen gelernten Verwaltungsmann an der Spitze brauche, halte er für überbewertet. „Wir haben so viel Kompetenz im Rathaus“, erklärte der neu gewählte Schultes, der das Rathaus in- und auswendig kennt. Seit acht Jahren ist er zweiter Bürgermeister, fünf Jahre zuvor war er dritter Bürgermeister im Ort, er ist SPD-Fraktionsvorsitzender und kennt die Abläufe sehr genau. Und hat oft genug Monika Chef als Stellvertreter auf allen erdenklichen Anlässen vertreten, die es in Gemmrigheim so gab.

Seine Ziele hatte der gebürtige Gemmrigheimer bereits in der Kandidatenvorstellung definiert. Er will die Bürgerbeteiligung durch eine kommunale Plattform intensivieren und gleichzeitig Ansprechpartner für Bürger und Gewerbetreibende sein. Wichtig sei bei der anstehenden Brückensanierung bei Besigheim nicht abgehängt zu werden, auch eine zusätzliche Brücke nach Walheim kann er sich vorstellen. Zum Thema Mobilität forderte Frauhammer den lang ersehnten Radweg nach Besigheim zu realisieren sowie den Ausbau des ÖPNV. Dass im Ort zuweilen die Bürgernähe gefehlt hat, will Frauhammer als Bürgermeister ändern. Und  wieder Termine für die Ausschüsse des Gemeinderats ansetzen, in denen wichtige Dinge vorberaten werden.

Zu den ersten in der langen Reihe an Gratulanten gehörten Besigheims Bürgermeister Steffen Bühler und Alexander Fleig aus Freudental. Im Mai wird der 53-jährige Frauhammer sein Amt als neuer Bürgermeister von Gemmrigheim antreten.

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