Besigheim 24 Stunden voller Überraschungen

Einsatz für die Jugendfeuerwehr der Besigheimer Wehr und das Jugendrotkreuz am Bauhof in Besigheim. Sie übten, wie man einen Brand bekämpft und Opfer versorgt. Unterstützung bekamen sie aus Bönnigheim und Erligheim.
Einsatz für die Jugendfeuerwehr der Besigheimer Wehr und das Jugendrotkreuz am Bauhof in Besigheim. Sie übten, wie man einen Brand bekämpft und Opfer versorgt. Unterstützung bekamen sie aus Bönnigheim und Erligheim. © Foto: Helmut Pangerl
Uwe Deecke 10.07.2018

Es war alles dabei, was dem Feuerwehr-Nachwuchs Spaß macht: Sie absolvierten zehn Einsätze von Samstag um 8 Uhr bis zum nächsten Morgen, vom Brand am Bauhof bis zur Hilfeleistung am Neckardamm, wo man in die Kanus stieg. Die Jugendlichen der Besigheimer Feuerwehr bekamen am Berufsfeuerwehrtag alle Hände voll zu tun und übten dabei zusammen mit dem Roten Kreuz aus Besigheim.

„Es ist die spannendste Aktivität, auf die sie natürlich hin fiebern“, sagte Jugendwart Bejamin Hergesell, den hier alle nur Benni nennen, am Gerätehaus. Man habe eigentlich viel zu wenig Übungseinsätze für die Jugend, die an diesem Tag aber voll auf ihre Kosten kam.

Erster Einsatz um 8.30 Uhr

Los ging es schon morgens um 8.30 Uhr mit einem Einsatz im Wasen. Die Ölspur eines PKW wurde mit Sägespänen simuliert, und auch der Kollaps des Verursachers war nicht echt. Hier half der Rettungsdienst des DRK, das mit zwei Mitgliedern des Jugendrotkreuz vor Ort war. Kurz danach brannte es am Brunnen an der Löchgauer Steige, so eine weitere Übung.

 Bis zum gemeinsamen Mittagessen hatten die jungen Feuerwehrleute dann Pause, bis wieder eine Durchsage aus den Lautsprechern kam: Ein Getränkelaster hatte einen Unfall am Parkplatz vor dem Bahnhof, der mit dem Mehrzweck-Anhänger der Feuerwehr simuliert wurde.

Um 15 Uhr war dann der große Alarm: „Brandeinsatz am Bauhof. Das HLF, LF, DLK und MTW rücken aus“. Jeder der Jugendlichen war zuvor auf eines dieser Fahrzeuge eingeteilt worden und holte seine Sachen, sprintete zum Fahrzeug wusste wieder nicht, was auf ihn zu kommt. Über Funk kam die Meldung: „Für alle: An der Kreuzung B27 Sonderrechte!“, bevor man die Bundestraße querte und in den Bauhof fuhr. Ein Brand im Sozialgebäude war zu bewältigen, der zunächst mit der Drehleiter von oben erkundet wurde. Rauch stieg aus dem oberen Geschoss und der Löschangriff konnte starten.

Gleichzeitig war auch die Freiwillige Feuerwehr Bönnigheim vor Ort, um Hilfe zu leisten. Sie hatte an diesem Wochenende sogar eine 48-Stunden-Bereitschaft für die Jugendwehr, bei der auch die Prüfung für die „Jugendflamme“ abgenommen wurde. Auch die Erligheimer Jugend übte mit am Bauhof, wo es eng wurde mit den ganzen Fahrzeugen.

Für den Besigheimer Feuerwehr-Nachwuchs ging es weiter mit einer Personenrettung an der Realschule, dann gab es auch noch ein außer Kontrolle geratenes Lagerfeuer am alten Sportplatz in Ottmarsheim. Zeit für ein wenig Entspannung  war dann um 20 Uhr mit dem Viertelfinal-Spiel Russland gegen Kroatien. Doch schon um 23.21 Uhr rückten sie wieder aus zur technischen Hilfeleistung in der Robert-Bosch-Straße. Um 1.45 Uhr ging es nach Erligheim zu einem Brand am Kleeblatt, um 6.30 zum Brandeinsatz ans BASF-Gelände und eine Viertelstunde später zu einem Fahrzeugbrand.

Viel schlafen konnten die Mitglieder der Jugendwehr also nicht. „Sehr viel besser als in der Schule“, fand trotzdem der elfjährige Kevin, der seit einem Jahr bei der Jugendwehr dabei ist. Und auch sein Freund Ruben fand diesen Tag voller Überraschungen klasse. Abends wurde noch gemeinsam auf der Terrasse gegrillt, bevor der mitgebrachte Schlafsack im Unterrichtsraum kurzzeitig zum Einsatz kam. Dann hieß es auch schon wieder ausrücken.

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