Revierförster Bernd Renner und Forstrat Michael Nill stellten im Besigheimer Gemeinderat den Nutzungs- und Kulturplan für das laufende Jahr vor.

Vor den geplanten Maßnahmen gab Nill einen Überblick über den aktuellen Zustand des Waldes. Natürlich sei die Trockenheit im vergangenen Jahr das Thema schlechthin gewesen. „Das hat uns hart getroffen“, so Nill, wobei Besigheim und Ottmarsheim noch gut weggekommen seien. Zum Teil seien die Pflanzen gegossen worden, auch dank der Kooperation mit der Feuerwehr. Der Borkenkäfer hatte im Sommer leichtes Spiel und hat stark zugeschlagen. Zwei Lkw-Ladungen an Fichten seien abtransportiert worden, was aber im Vergleich zu anderen Kommunen nicht viel sei.

Das belastete den Holzmarkt: Das Angebot an Nadelholz war so groß, dass man kaum gute Preise erzielen konnte. Man war froh, dass es bestehende Verträge gab, die hier für Einnahmen sorgten. Nun bleibe die Hoffnung, dass es regnet und sich die Wasserspeicher füllen, blickte Nill auf das Frühjahr. Auch ein verregneter Sommer täte dem Wald gut, um sich zu regenerieren.

Stellung zur Klage

Zur verlorenen Klage des Kartellamts gab es auch ein paar Worte des Forstrats. Dem Kartellamt, das dem Land eine marktbeherrschende Stellung vor allem beim Holzverkauf vorgeworfen hatte, sei nun vom Bundesgerichtshof ein Riegel vorgeschoben worden. Es ändert sich dennoch manches. Der Staatswald wird in eine eigene Gesellschaft ausgegliedert und die Gemeindewälder werden nächstes Jahr nicht mehr automatisch betreut. Die Kommunen müssen die Bewirtschaftung beauftragen und für die wird es vermutlich etwas teurer. Gleichzeitig haben sich die Zuschnitte der Reviere geändert, weil auch Försterstellen eingespart werden müssen. „Der Landkreis wird weiterhin ihr Ansprechpartner rund um den Wald sein“, versicherte der Vaihinger Forstbeamte Nill.

Nach diesen Aussichten stellte Revierförster Bernd Renner die Maßnahmen für dieses Jahr vor. 1180 Festmeter (Fm) Holzeinschlag sei geplant, etwas unter dem Schnitt von 1300 Festmeter für die Gemarkung. Der überwiegende Teil davon liegt mit 990 Festmetern in Ottmarsheim, während in Besigheim nur 190 Festmeter eingeschlagen werden. Brennholz macht dabei mit 260 Festmetern den Großteil aus, vor Stammholz (170 Fm), Industrieholz (180 Fm) und Derbholz (160 Fm). Bei den Pflanzungen habe man ein Hektar mit Eichen aufgeforstet, so Renner. Man habe zudem vor 1200 Fichten und 600 Douglasien zu pflanzen. Fichte deshalb, weil sie den Wuchs der Douglasie begünstige. Um die Sturmschäden werde man sich im Frühjahr kümmern müssen.

Der Vorschlag einer gemeinsamen Waldbegehnung, den Sibylle Reustle (SPD) und Walter Zeyle (FWV) machten, stieß im Gemeinderat auf Zustimmung. Er soll in diesem Jahr stattfinden. Das Gremium nahm den Nutzungs- und Kulturplan anschließend zustimmend zur Kenntnis.

Info Der erste Holzverkauf in diesem Jahr findet heute, 5. Februar, ab 19 Uhr in der Bürgerhalle Ottmarsheim statt.