Planungen Beim Schulkonzept drängt die Zeit

Bönnigheim / Uwe Deecke 08.10.2018

Auf der Kirbesitzung in Hohenstein diskutierte der BönnigheimerGemeinderat die nötige Planung fürs Schulzentrum. Klar ist für Bürgermeister Albrecht Dautel, dass auch nach dem Ende der Werkrealschule nicht weniger Schüler da sein werden, denn sie werden die Realschule in Bönnigheim besuchen. Alles konzentriert sich hier auf das Gelände des Schulzentrums, wo Grundschule, Realschule und Gymnasium aufeinander treffen und der Platz begrenzt ist. Eine echte Mensa gibt es noch nicht, denn sie ist provisorisch in der Turn-und Festhalle untergebracht, was schon zu einigen Nutzungskonflikten und Kritik im Gemeinderat führte. Platz beansprucht hier auch die Bücherei, die hier gut frequentiert ist, aber auch im Fokus der Überlegungen steht.

Raumpotenziale ermitteln

Die Verwaltung stützt sich auf die Ergebnisse einer ausladenden Untersuchung des Büros Biregio vom März 2017, die bis zum Jahr 2025 einen Anstieg bedeuten. Doch auch ohne sie hätte schon die Größe der erschlossenen Baugebiete ausgereicht, in Bönnigheim großen Bedarf zu erkennen. Die Zeit drängt nun allmählich. Jetzt soll das renommierte Heilbronner Architekturbüro BKT in einem sogenannten Masterplan ermitteln, wo Raumpotenziale liegen und wie man dem kommenden Anstieg der Schülerzahlen gerecht werden könnte.

Dass es hier nicht nur um Baumaßnahmen und architektonische Überlegungen gehen kann, machte Dorothea Bechtle-Rüster (SPD) deutlich. Sie forderte, die Bücherei vor Ort zu lassen und fragte, ob auch gemeindeeigenen Flächen um die Schule herum in die Planung mit einbezogen seien. Einen Vertreter jeder Fraktion in die Masterplanung des Architekturbüros einzubeziehen, war ihr Vorschlag. Dautel hielt dem entgegen, dass der gesamte Gemeinderat in regelmäßigen Abständen informiert werden müsse und das Konzept gemeinsam erarbeiten sollte.

Dazu gehört auch die Schulsozialarbeit, die derzeit in zwei Containern auf dem Schulhof arbeitet und Räume bräuchte. Aber auch die Mensa, die in der Turn- und Festhalle untergebracht ist, wo auch Gymnastikgruppen trainieren oder kulturelle Veranstaltungen stattfinden, woran Manfred Schmälzle von der UWG erinnerte. „Welchen Zeithorizont hat man vorgesehen, hat man alles offen gelassen bei Anbauten und Neubauten?“, fragte Gerhard Hepperle (FWV/UWG). Weitere Schritte könne es Anfang nächsten Jahres geben, bis Sommer könnte der Vorschlag zur Neuordnung des Schulzentrums vorliegen, schätzte Dautel. Das Büro Biregio habe aufgrund seiner Untersuchung Bedarf für sechs neue Klassenräume ermittelt, doch alles was darüber hinaus gehe sei auch ein wenig „Kaffeesatzleserei“. Dautel erinnerte daran, wie wichtig das Thema an sich ist. Die Attraktivität einer Stadt werde schließlich auch an seinen Schulen gemessen.

Die Vorgaben der Verwaltung ans Büro waren manchen Gemeinderäten aber dann doch zu dünn. „Wir sollten prüfen, welche Gebäude noch aufstockbar sind“, sagte Hans-Martin Jäger von der UWG. Dass die Kernzeitbetreuung zunehmen wird und dementsprechend auch der Bedarf für eine Mensa, prophezeite SPD-Rätin Renate Opiolla für die Kindergärten. Die alte Karlschule steht dabei außerhalb der Überlegungen. Sie könnte allenfalls mal eine Notlösung für Klassenräume bieten, sei aber langfristig kaum mehr geeignet, , erklärte Dautel. Dem Vorschlag, das Büro BKT für 24 500 Euro zu beauftragen, konnten am Ende alle folgen. Der Gemeinderat votierte einstimmig für die Vergabe.

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