Zurzeit macht das Wetter noch wenig Lust auf Schwimmen. Und im Weißenhorner Freibad ist es auch noch ganz ruhig: Wiesen und Volleyballfeld liegen verlassen da, der Regen prasselt auf die Wasseroberfläche in den Becken. Hinter den Kulissen gibt es aber schon einiges zu tun: „Anfang April fangen wir immer an, auszuwintern“, sagt Malte Hörger.

Der 30-Jährige ist Betriebsleiter des Freibads. Und steckt zusammen mit seinen Kollegen gerade mitten in den letzten Vorbereitungen auf den Saisonstart am Samstag, 11. Mai. Dabei muss die komplette Anlage geputzt und gewartet werden. „Das ist schon sehr knackig“, erzählt Hörger.

Die beiden großen Becken sind schon seit rund zwei Wochen fertig. Nachdem das Wasser im Frühjahr abgelassen wurde, haben die Bademeister sie komplett gereinigt – mit Edelstahl- und Hochdruckreiniger, Rostflecken wurden mit Beize behandelt. Dazu kommen Startblöcke, Filter, Strömungsdüsen: Alles wird geputzt.

Bis die Schwimmbecken voll sind, dauert es drei Tage

Bis die Becken dann wieder komplett mit Wasser gefüllt sind, dauert es drei Tage, ins Schwimmerbecken passen 2000 Kubikmeter Wasser. Zum Schluss kommt das Chlor dazu. „Dann wird es so schön blau“, erklärt Hörger. Auch des Gesundheitsamt war schon da, hat Proben entnommen. Das Wasser wird unter anderem auf den pH-Wert und Chlorgehalt getestet.

Auch außerhalb der Becken gibt es in der Vorbereitungs­phase einiges zu tun: Es stehen ­Aufräum- und Büroarbeiten an, die Grünanlagen werden gepflegt, Bänke und Sonnenschutz aufgebaut. Wie jedes Jahr sind über den Winter einige Fliesen im Planschbecken kaputtgegangen, die erneuert werden müssen. „Und dann haben wir noch unser Highlight“, sagt Hörger: Aus dem alten Beachvolleyballfeld hat sein Team ein Beachsoccer-Feld gemacht. „Wir hoffen natürlich, dass das gut ankommt.“

Hörger arbeitet jetzt seit vier Jahren im Weißenhorner Freibad, seit zwei Jahren ist er Betriebsleiter. Was das Schöne an seinem Beruf ist? „Ein Platz an der Sonne“, sagt er lachend und schiebt nach: „Es ist sehr vielseitig.“ Als Bademeister ist viel technisches Know-how gefordert, das Team hat aber auch viel Kontakt zu Menschen. „Wir freuen uns jetzt auf die Eröffnung, dass der normale Alltag wieder losgeht.“

Bademeister in der Saison: wenig Freizeit

Alltag bedeutet für die Bademeister aber auch: Lange Schichten, wenig Freizeit. Besonders im vergangenen Sommer war wegen des guten Wetters viel zu tun. Über die Saison kamen rund 93.000 Besucher ins Weißenhorner Freibad, sonst sind es im Schnitt etwa 80.000. „Das war für uns ein überragender Sommer“, sagt Hörger. Zumal es trotz der hohen Besucherzahlen kaum Unfälle oder Verletzungen gegeben habe. Für die kommende Saison „hoffen wir natürlich, dass unser Freibad wieder so gut angenommen wird.“

Dabei macht sich das Team auch viele Gedanken, um den Gästen immer wieder etwas Neues bieten zu können. Im vergangenen Sommer wurde etwa die alte, aus England stammende Telefonzelle umgestaltet. Telefoniert hat dort sowieso kaum noch jemand – darum wurde sie zu einer Büchertauschstation umfunktioniert. Inklusive abschließbarer Fächer, in denen die Gäste ihre Handys laden können.

Hörger selbst hat die Freibadsaison übrigens bereits eingeläutet, als die Becken fertig gereinigt waren. „Ich bin schon reingehüpft“, erzählt er – bei noch frischen 14 Grad Celsius Wassertemperatur. Während der Saison schwimmt er regelmäßig in der Früh ein paar Bahnen, bevor die Besucher kommen. „Man muss sich ja fit halten.“

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Termin hängt vielerorts von der Witterung ab


Kreis Neu-Ulm: Das Weißenhorner Freibad öffnet am 11. Mai – bei jedem Wetter. Im Donaubad Neu-Ulm startet die Freibad-Saison am 15. Mai mit dem Jubiläum zum 60-jährigen Bestehen des Bads. Neben einem Rahmenprogramm gibt dann auch freien Eintritt im Freibad. Das See- und Hallenbad Senden steht schon in den Startlöchern und möchte in den kommenden Tagen öffnen. Hier wird nur noch auf die letzten Ergebnisse der Wasseruntersuchung gewartet.

Alb-Donau-Kreis: Im Freibad Blaubeuren begann die Saison am 5. Mai. Das Freibad Schelklingen öffnet voraussichtlich am 1. Juni. Das Ehinger Bad peilt grob den 11. Mai an – wenn das Wetter mitmacht. Der Erbacher Badesee ist bei gutem Wetter schon seit 1. Mai geöffnet. In Langenau ist die Eröffnung für den 13. Mai geplant. Hier ist das Freibad bei längeren Schlechtwetterphasen geschlossen, dafür dann aber das Hallenbad geöffnet.