Als Kevin F. im September 2018 zu einer Freiheitsstrafe von fünf Jahren wegen sexuellen Missbrauchs von Kindern verurteilt wurde, zeichnete sich schon ab, dass die Anklage nicht alle Straftaten des ehemaligen Erziehers enthalten hatte. Jetzt hat die Staatsanwaltschaft Heilbronn eine weitere Anklage eingereicht – wieder geht es um schweren sexuellen Missbrauch von Kindern.

Missbrauch in mindestens elf Fällen

„Mindestens elf Fälle“ im Zeitraum von 2010 bis 2014 werden dem einst sehr beliebten und umtriebigen Leiter eines evangelischen Kindergartens vorgeworfen. Die Opfer seien „Jungen, die das 14. Lebensjahr noch nicht vollendet hatten“, teilte die Staatsanwaltschaft mit. Der Beschuldigte sei geständig. „Ihm droht die Verurteilung zu einer langjährigen Gesamtfreiheitsstrafe“, heißt es weiter. Die Anhaltspunkte hätten sich ergeben „aufgrund neuerlicher Ermittlungen“ noch während des Gerichtsverfahrens.

Kind fast sechs Jahre lang missbraucht

Die Entscheidung des Landgerichts Heilbronn vom 28. September 2018 hatte Kevin F. sofort akzeptiert. Ihm war nachgewiesen worden, dass er fast sechs Jahre lang ein Kind sexuell missbraucht und zum Teil vergewaltigt hat, dass er Kinderpornos besessen, hergestellt und getauscht hat. Seine Pädophilie blieb dem Umfeld ebenso verborgen wie den Vorgesetzten, die erst von der Polizei erfuhren, dass ihr Mitarbeiter eine kriminelle Neigung für vorpubertäre Jungs hat. Eines seiner Opfer habe er sogar herangezogen, „um ihn zu seiner sexuellen Befriedigung zu nutzen“, heißt es im Urteil. „Die sexuellen Übergriffe sind in den Alltag übergegangen“, fasste die Richterin zusammen.

Opfer und Tatort hatten mit dem von Kevin F. geleiteten Kindergarten nichts zu tun. Ein psychiatrischer Gutachter hatte im Gericht zu einer Sexualtherapie geraten: „Man muss schauen, dass er sich von Kindern fernhält.“

Das könnte dich auch interessieren:

Böbingen an der Rems