• Grundschulen sind bereits seit dem 22.02. wieder geöffnet.
Für Eltern, Lehrer und Kinder war es eine Erleichterung: Grundschüler sind nach Wochen des Lockdowns und der Notbetreuung wieder in die Klassenzimmer zurück gekehrt. Wie geht es jetzt weiter?

Video KMK-Chefin Ernst: Alle Schüler noch im März zur Schule

Öffnung Schule: Schulöffnung in Baden-Württemberg am 15. März

Baden-Württemberg geht am 15. März den nächsten Öffnungsschritt bei den Schulen im Land und lässt auch Fünft- und Sechstklässler nach dem wochenlangen Corona-Lockdown zurückkommen. Zudem sollen die Grundschulen nach drei Wochen Wechselunterricht ebenfalls am 15. März wieder zum Regelbetrieb übergehen, wie Ministerpräsident Winfried Kretschmann (Grüne) und Kultusministerin Susanne Eisenmann (CDU) am Donnerstag in Stuttgart mitteilten. Die Schüler der Mittelstufe bleiben bis zu den Osterferien im Fernunterricht. Eisenmann erklärte, danach sollen weitere Jahrgänge in die Schule zurückkehren können, „sofern es die Infektionslage zulässt“. Die Abschlussklassen sollen - wie bisher schon - weiter im Wechsel unterricht werden.

GEW fordert Wechselunterricht statt Präsenzunterricht

Die Lehrergewerkschaft GEW hält den vom Kultusministerium geplanten Präsenzunterricht für die Klassen 5 und 6 ab kommenden Montag unter den jetzigen Bedingungen für nicht zu verantworten. GEW-Landeschefin Monika Stein erklärte am Dienstag, sie erwarte, dass die grün-schwarze Regierung bei ihrer heutigen Sitzung die Pläne von Kultusministerin Susanne Eisenmann (CDU) korrigiere. „Wir sind gespannt, ob es sich die Grünen gefallen lassen, dass Eisenmann die öffentlichen Zusagen von Kretschmann nicht einhält.“ Regierungschef Winfried Kretschmann (Grüne) habe versprochen, dass Öffnungen nur stattfinden, wenn eine klare Teststrategie vorhanden und gute Sicherheitsmaßnahmen garantiert seien. Dies sei aber nicht der Fall. „Wir brauchen zuerst weiter den Wechselunterricht“, forderte Stein.

Schule BW Öffnung: Keine Abstandsregeln für Klasse 5 und 6

Bei der Wiedereröffnung der Schulen mit den Klassen 5 und 6 nach dem wochenlangen Corona-Lockdown müssen die Schülerinnen und Schüler nun doch nicht unbedingt den Abstand von eineinhalb Meter einhalten. Das hat das Kultusministerium am Montag in Stuttgart auf Anfrage klargestellt. „Wie bereits bislang im Präsenzunterricht bei den Abschlussklassen wird ab dem 15. März auch für die Klassenstufen 5 und 6 kein förmliches Abstandsgebot gelten“, teilte eine Ministeriumssprecherin mit. Allerdings solle „im Rahmen der personellen und räumlichen Ressourcen ein Abstand auch zu und zwischen den Schülerinnen und Schülern gewährleistet werden“.

Kürzere Ferien in BW? Kretschmann will Wissenslücken schließen

Der baden-württembergische Ministerpräsident Winfried Kretschmann (Grüne) hat kürzere Ferien ins Gespräch gebracht, damit Wissenslücken nach der langen Schließung der Schulen geschlossen werden können. „Man könnte an den Ferien ein bisschen was abknapsen, um Unterrichtsstoff nachzuholen“, sagte der Grünen-Regierungschef dem „Mannheimer Morgen“ (Donnerstag). „Solche Überlegungen wird man ernsthaft anstellen müssen.“ Auf die Frage, ob er dabei an die Sommerferien denke, sagte er: „Darüber könnte man mal nachdenken.“

Ferien 2021 BW: Kürzere Schulferien? Heftige Kritik an Kretschmann-Vorschlag

Der Vorstoß für kürzere Sommerferien, um Wissenslücken nach der Corona-Zwangspause für Schüler zu schließen, stößt auf scharfe Kritik. Der Vize-Chef des Verbands Bildung und Erziehung (VBE), Dirk Lederle, sagte am Donnerstag in Stuttgart: „Es zeigt, wie viel Ahnung der Ministerpräsident von der schulischen Realität hat.“ Die Lehrkräfte und die allermeisten Schüler seien hart am Arbeiten, auch in der schulfreien Zeit.

Was gilt aktuell wegen Corona für die Grundschulen in BW?

In den Grundschulen in Baden-Württemberg ging es langsam wieder los:
  • Die Kinder starten mit Wechselunterricht mit je zwei Klassenstufen pro Woche. Das heißt: Die Hälfte einer Klasse lernt von zu Hause aus im Fernunterricht und die andere Hälfte in der Schule. Danach wird gewechselt.
  • Der Präsenzunterricht erfolgt nach dem Kohortenprinzip. Die Schüler sollten also in möglichst konstanten Gruppen bleiben.
  • Die Fächer Deutsch, Mathematik und Sachunterricht haben Vorrang. Sportunterricht findet nicht statt.
  • Auf diese Weise soll es pro Woche mindestens zehn Präsenzstunden geben.
  • Es gibt weiterhin eine Notbetreuung.

Kitas in BW - Aktuelle Regeln zur Öffnung

Auch Kindertagesstätten sind seit dem 22.02.2021 in den so genannten Regelbetrieb unter Pandemiebedingungen zurückkehrt. Dabei sollen die Einrichtungen weiter darauf achten, dass sich die Gruppen nicht durchmischen und dass die bestehenden Hygienekonzepte strikt befolgt werden.

Impfungen für Lehrkräfte und Erzieherinnen – mit Anlaufschwierigkeiten

In Baden-Württemberg können sich Erzieherinnen, Erzieher und Lehrkräfte seit dem 22.02.2021 gegen das Coronavirus impfen lassen. Die Impfkampagne für Erzieherinnen und Lehrer lief allerdings nicht ganz reibungslos an.
Gesundheitsminister Manne Lucha (Grüne) räumte ein, dass es am Morgen des 22. Februar Startprobleme gegeben habe. „Die Terminvergabe über die Hotline und die Website funktioniert inzwischen, es gab wohl am frühen Morgen Anlaufschwierigkeiten, die inzwischen behoben wurden.“
Das Impfangebot für Erzieherinnen und Lehrer wurde auch deshalb möglich, weil das Land nun ausreichend Vakzin des Herstellers Astrazeneca zur Verfügung hat. Dieser Impfstoff wird derzeit nur für Menschen unter 65 Jahren empfohlen. Bis Anfang März werden nach Angaben der Landesregierung 450.000 Dosen des Astrazeneca-Impfstoffs in Baden-Württemberg erwartet.

Tests und Masken: Schutz-Maßnahmen gegen Corona für Lehrer und Erzieher

Hier setzt das Kultusministerium BW in Stuttgart vor allem auf freiwillige Antigen-Schnelltests. Jede Lehrerin und jeder Erzieher soll sich zweimal pro Woche auf eine Corona-Infektion testen lassen können. Gesundheitsminister Manne Lucha hat in diesem Kontext zugesichert, bis zum Ende der Faschingswoche hierfür eine verlässliche und landesweit verfügbare Infrastruktur zu gewährleisten.
Die Einrichtungen sollen für die Tests Berechtigungsscheine ausgeben, mit denen ein Test in Apotheken oder bei Ärzten möglich ist. Mehrere Städte und Kreise in Baden-Württemberg haben inzwischen eigene Schnelltest-Zentren und Tausende Schnelltests für ihre Schulen besorgt und nehmen so einen Teil des Schutzes ihrer Lehrer und Erzieherinnen selbst in die Hand.
Eisenmann sagte dazu: „Regelmäßige, anlasslose Schnelltests sind ein zentraler Schlüssel, um schrittweise wieder zu mehr Normalität an Kitas und Schulen zu kommen.“
Das Land hat Schutzmasken an die rund 2500 Grundschulen im Südwesten verschickt. Eine Pflicht zum Tragen im Unterricht gibt es weiter nicht. Die Erzdiözese Freiburg hatte am Freitag zudem mitgeteilt, seinen mehr als 13.000 Erziehern rund 800.000 medizinische Schutzmasken zur Verfügung zu stellen.
Aktuelle Beschlussvorlage zum Corona-Gipfel am 03.03.2021: Das Personal in Schulen und der Kinderbetreuung sowie alle Schülerinnen und Schüler sollen pro Präsenzwoche mindestens einen kostenlosen Corona-Test erhalten.
Aktuelle Beschlussvorlage zum Corona-Gipfel am 03.03.2021: Das Personal in Schulen und der Kinderbetreuung sowie alle Schülerinnen und Schüler sollen pro Präsenzwoche mindestens einen kostenlosen Corona-Test erhalten.
© Foto: Chris Wille

So geht das Nachbarbundesland Bayern bei Kitas und Schulen vor: