Backnang Busfahrer erleidet Schlaganfall

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Symbolbild © Foto: Eky Eibner
Backnang / Hans Georg Frank 02.02.2018
Zu einer Horrorfahrt geriet die Skiausfahrt der Gewerblichen Schule in Backnang (Rems-Murr-Kreis). Der Busfahrer erlitt offenbar schon direkt beim Start einen Schlaganfall.

Er konnte den Doppeldecker zwar noch einigermaßen lenken, war jedoch über eine Viertelstunde nicht mehr ansprechbar.

Für die Polizei ist die Beinah-Katastrophe „sehr kurios“. Es ist wohl ein Wunder, dass niemand ernsthaft verletzt worden ist. „Man muss von Glück sprechen, dass der Bus nicht mit Tempo 80 gegen einen Brücke gedonnert ist“, sagte ein Sprecher des Polizeipräsidiums Aalen auf Anfrage der SÜDWEST PRESSE.

67 Schüler und sieben Lehrer wollten am frühen Morgen gegen 6 Uhr zum Skifahren und Rodeln ins 330 Kilometer entfernte Brandnertal, einem Wintersportgebiet in Vorarlberg (Österreich). „Da sind wir schon seit vielen Jahren“, erklärte Isolde Fleuchaus, die Rektorin der Bildungseinrichtung mit 1600 Schülern. Als der Bus eines Unternehmens aus dem Rems-Murr-Kreis starten wollte, fiel einem Lehrer auf, dass die seitlichen Gepäckklappen noch geöffnet sind. Der Fahrer habe „nicht auf Ansprache reagiert, fahre immer weiter“, teilte der Lehrer per Notruf der Polizei mit.

Im Bus versuchten Passagiere, das Fahrzeug zu stoppen. Die Einwirkungsmöglichkeiten auf den Fahrer seien jedoch minimal gewesen, sagte der Polizeisprecher. Auch die Hupzeichen aufmerksamer Autofahrer blieben ohne Wirkung. Eine Polizeistreife entdeckte den Doppeldecker auf der Bundesstraße 14 bei Winnenden. Aber auch ihre Aufforderung „Bitte folgen“ und das Blaulicht wurden nicht beachtet. Mit 60 bis 80 Stundenkilometer sei der Bus weiter in Richtung Stuttgart gerollt, heißt es im Polizeibericht.

Erst an der Ausfahrt Waiblingen/Mitte konnten Passagiere den Fahrer bemerkbar ansprechen, er brachte den Bus auf dem Verzögerungsstreifen zum Stehen. Ein Lehrer zog die Bremse, um ein Wegrollen zu verhindern. Die Schreckensfahrt endete so erst nach 16 Kilometer. Der Busfahrer, dessen Alter die Polizei nicht nannte, sei von einem Notarzt versorgt und ins Krankenhaus gebracht worden. Er habe vermutlich einen Schlaganfall erlitten.

„Lehrer und Schüler haben die Sache gut gemanagt“, lobte die Rektorin, „es kam niemand zu schaden.“ Die Ausfahrt sei nicht fortgesetzt worden. Bowling als Alternativangebot hätten nur wenige Schüler angenommen.

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