Seit Herbst ermittelte das baden-württembergische Landeskriminalamt. Am Freitag schlug die Polizei in sechs Bundesländern zu. Nach 13 Durchsuchungen in Baden-Württemberg, Bayern und vier weiteren Bundesländern wurden zwölf Männer im Alter zwischen 31 und 60 Jahren vorläufig festgenommen. Der Verdacht: Vier von ihnen sollen eine rechtsextremistische Terrorgruppe gegründet haben, die Deutschland mit Anschlägen auf Politiker, Flüchtlinge und Muslime in „bürgerkriegsähnliche Zustände“ stürzen wollte, so die Bundesanwaltschaft Karlsruhe. Acht weitere sollen die Gruppe unterstützt haben.

Der Verdacht: Rechtsextreme Terrorgruppe gegründet

Ein Mann aus Esslingen gehört zum harten Kern der Gruppe. Kopf soll einer der drei in Bayern Festgenommenen sein.

Mit den kriminalpolizeilichen Ermittlungen hat die Bundesanwaltschaft das Landeskriminalamt Baden-Württemberg beauftragt. Nach Informationen der SÜDWEST PRESSE kamen Ermittler aus dem Südwesten dem rechtsextremen Netz auf die Spur.

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Villingen-Schwenningen

„Seit Mitte September 2019 ermittelte unser Landeskriminalamt wegen des Verdachts der Planung von terroristischen Anschlägen“, sagte Innenminister Thomas Strobl (CDU) der SÜDWEST PRESSE.

Das Ermittlungsverfahren sei mit mit höchster Priorität geführt worden. Bis zu 35 Ermittler des Landeskriminalamts waren – mit Unterstützung des Polizeipräsidiums – eingebunden. „Dadurch konnten schwerste Anschläge verhindert werden“, sagte Strobl. „Das zeigt: Baden-Württemberg steht bei der Rechtsextremismus-Bekämpfung an der Spitze, wir setzen hier einen ganz klaren Schwerpunkt!“

Minister Strobl: Spitze bei der Rechtsextremismus-Bekämpfung

Der Fall mache deutlich, dass die länderübergreifende Zusammenarbeit und der Informationsaustausch vorbildlich funktionierten. „Zentral ist für uns nicht nur, Straftaten aufzuklären, sondern rechtsextremistische Gefahren im Keim zu ersticken“, so Strobl.