Raubtier Schafsriss bei Wolfach: War es GW852m?

44 Schafe starben bei Wolfsangriff.
44 Schafe starben bei Wolfsangriff. © Foto: Christoph Schmidt/dpa
Wolfach / Petra Walheim 02.02.2019

Es ist ruhig geworden um „GW852m“, den Wolf, der seit gut einem Jahr immer wieder mit Nutztier-Rissen auf sich aufmerksam gemacht hat. Zuletzt konnte seine Existenz Ende November 2018 bei Baiersbronn (Kreis Freudenstadt) genetisch einwandfrei festgestellt werden.

Nun wurde Ende Januar bei Wolfach (Ortenaukeis) ein Schaf gerissen. Das Forschungsinstitut Senckenberg hat die Riss-Abstriche untersucht und festgestellt, dass es ein Wolf war, der sich auf das Schaf gestürzt hat. „Es konnte aber nicht geklärt werden, ob es sich um den bekannten Wolf mit dem offiziellen Namen ,GW852m’ handelt, der bereits mehrfach im Schwarzwald nachgewiesen werden konnte“, heißt es in einer Mitteilung des Umweltministeriums. Die Experten der Forstlichen Versuchs- und Forschungsanstalt Freiburg gingen jedoch davon aus, dass es sich um diesen Wolf handelt.

Der Nachweis konnte nach Auskunft des Umweltministeriums nicht erbracht werden, weil das Material, das untersucht wurde, nicht mehr aussagekräftig genug oder verunreinigt war.

„GW852m“ hat Ende April 2018 bundesweit Schlagzeilen gemacht, weil er in eine schlecht gesicherte Schafherde eingedrungen war und mehrere Schafe gerissen hat. Bei der Attacke kamen 44 Schafe ums Leben.

Auch bei dem Angriff Ende Januar seien die angegriffenen Schafe „nicht wolfssicher eingezäunt“ gewesen, informiert das Umweltministerium. „Der Zaun war kein Elektrozaun, und er war beschädigt“, sagt eine Pressesprecherin. Der Eigentümer des getöteten Tieres werde dennoch unbürokratisch entschädigt. Auch deshalb, weil Wolfach gerade noch in der „Förderkulisse Wolfsprävention“ liegt. Die wurde Ende Mai 2018 ausgewiesen als sich herausstellte, dass „GW852m“ in dem Gebiet geblieben war.

Dass die Schafhalter entschädigt werden, obwohl die Tiere unzureichend geschützt sind, sei allerdings nur noch bis Ende Mai möglich, betont die Behörde. Von Juni an müssen die Herden mit einem mindestens 90 Zentimeter – besser 120 Zentimeter – hohen Elektrozaun oder mit Herdenschutzhunden gesichert werden, wenn die Nutztierhalter eine Entschädigung erhalten wollen. Das Land unterstützt die Schafhalter bei der Anschaffung der Zäune oder von Hunden finanziell.

Trotzdem fordert der Landesschafzuchtverband, jeden Wolf abzuschießen, der ein Schaf reißt. Der Wolf ist jedoch ein streng geschütztes Tier.

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