Land am Rand Schafe aller Länder, bewaffnet Euch

Villingen-Schwenningen / Petra Walheim 03.11.2018

Die Schäfer in Land und Bund haben es schwer, seit die Wölfe zurück sind. Die Raubtiere sind hungrig und bedienen sich in den Schafherden. Elektrozäune können sie oft nicht stoppen. Da wundert es nicht, dass Schäfer in ihrer Verzweiflung kreativ werden. Ein Weidetierhalter aus Winsen (Luhe) in Niedersachsen hatte beantragt, eine Waffe mit sich führen zu dürfen. Um Wölfe zu vergrämen, sagte er.

Das hat die Stadt Winsen nun abgelehnt, offenbar mit der Begründung, blutige Wolfsattacken seien kein „triftiger Grund“ für Selbstschutz. Den Tierhalter macht das sprachlos. Er möchte seine 1000 Schafe und Lämmer und damit seine wirtschaftliche Existenz und seine Familie schützen. Doch der Staat befinde nur den Wolf als schützenswert, klagt er.

So sehen es auch viele Schäfer in Baden-Württemberg. Bei uns hat zwar noch keiner versucht, einen Waffenschein als Schutz vor dem Wolf zu bekommen. Doch auch hierzulande wächst die Kreativität. So wurden vor allem bei Schafherden auf früheren Truppenübungsplätzen immer wieder verhaltensauffällige Schafe gesichtet, die, sobald sich ein verdächtiges Wesen der Herde näherte, an eine bestimmte Stelle der Weide galoppierten und mit ihren Hufen auf einen Knopf drückten. Das löste einen Selbstschuss-Mechanismus aus. Geschossen wurde bisher nur in die Luft, zur Abschreckung. Doch Wölfe lernen schnell. Sobald sie sich nicht mehr abschrecken lassen, wird zwangsläufig scharf geschossen. Gefährdete Schafe dürfen das. Zum Selbstschutz.

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