Das Verbot aller Großveranstaltungen in Deutschland bis zum 31. August betrifft auch die populären Heimatfeste in Oberschwaben. Nach der Absage des Schützenfests 2020 in Biberach und des Laupheimer Kinder- und Heimatfests 2020 ist seit einiger Zeit schon auch für die Ravensburger klar: Das Rutenfest 2020 fällt aus. Die Stadt Ravensburg bestätigte bereits am 16. April auf Anfrage: „Dass das Rutenfest in diesem Jahr nicht wie geplant stattfinden kann, ist sicher.“

Ravensburg

Verwirrung um Absage des Rutenfests 2020 in Ravensburg

Das Rutenfestlied aus dem Jahr 1826 mit den verheißungsvollen ersten Worten „Willkommen uns, du Tag der Freude, froh kehrst du wieder uns zurück“ wird also 2020 nicht gesungen werden.

Oder? Seitens der Rutenfestkommission war und ist das offenbar noch nicht so ganz klar, es herrscht Verwirrung. Der Schwäbischen Zeitung gegenüber hatte der Vorsitzende der Rutenfestkommission (RFK), Dieter Graf, nach der Absage durch die Stadt gesagt, dass entgegen anderslautender Aussagen das Ravensburger Rutenfest 2020 noch nicht offiziell abgesagt und auch nicht verschoben sei.

Tatsächlich ist im Grunde für eine offizielle Absage die Rutenfestkommision zuständig. Die Stadt wiederum wäre für die Einhaltung der entsprechenden Landesverordnungen für Corona zuständig.

Eine Entscheidung zum Rutenfest 2020 hätte am Dienstag, 21. April, in der Rutenfestkommission fallen sollen. Doch dort war niemand zu erreichen, Anfragen der Medien blieben unbeantwortet.

Keine klare Aussage bei der Rutenfestkommission

Mittlerweile (Stand 28. April) ist die Internetseite der Rutenfestkommission durch ein Statement aktualisiert worden. Darin heißt es, die Vorgabe für die Entscheidung sei nach dem Verbot von Großveranstaltungen bis zum 31. August 2020 klar: „Das Rutenfest 2020 kann zur geplanten Zeit in der gewohnten Form vermutlich nicht durchgeführt werden“, wird RFK-Chef Dieter Graf in dem Statement zitiert.

Formulierungen mit Spielraum

Ganz so klar ist diese Formulierung allerdings nicht, die Worte „zur geplanten Zeit“, „in der gewohnten Form“ und „vermutlich“ lassen Spielräume und Interpretationen offen. Und tatsächlich schreibt die RFK weiter: „Der genaue Wortlaut der Anordnung ist noch nicht bekannt, aber die Entscheidung dürfte damit klar sein. Inwieweit es nach dem 31. August noch Spielraum für bestimmte Formen der Feier im Herbst geben kann, bleibt abzuwarten.“

Deutlich ist die RFK nur in einem Punkt: „Ein Nachholen des Rutenfestes wird es aber sicherlich nicht geben.“ Außerdem schreibt die RFK: „Diese politische Entscheidung ist besonders für die Kinder, aber auch für alle Beteiligten, Rutenfestbesucher und die Ravensburger Gastronomie ein weiterer herber Schlag in diesen schwierigen Wochen.“

Das Rutenfest 2020 mit den wichtigsten Programmpunkten wie dem

  • Historischen Festzug
  • dem „Frohen Auftakt und Bürgertreffen“
  • dem Rutentheater
  • und dem Jahrgängerumzug

hätte vom 24. bis 28. Juli stattfinden sollen.

Auch das Welfenfest Weingarten ist vom Verbot betroffen

Auch das Welfenfest 2020 in Weingarten ist vom Verbot von Großveranstaltungen betroffen. In einer Pressemitteilung vom Samstag, 25. April, heißt es unzweideutig: „Die Welfenfestkommission und die Stadt sind sich darüber einig, das diesjährige Welfenfest aufgrund der Corona-Pandemie vorzeitig abzusagen.“ Und: „Eine Verlegung der Veranstaltung auf einen späteren Zeitpunkt ist nicht angedacht.“ Das Welfenfest 2020 in Weingarten hätte vom vom 10. bis 14. Juli stattfinden sollen.