Offenburg / David Nau  Uhr
Ende Januar muss sich ein 27-Jähriger Somalier in Offenburg wegen Mordes verantworten. Er soll einen Arzt erstochen haben.

Der Fall erschütterte das Land im vergangenen Jahr, nun beginnt die juristische Aufarbeitung: Am 30. Januar beginnt vor dem Landgericht Offenburg der Prozess gegen einen 27-Jährigen Somalier. Das teilte das Gericht am Freitag mit. Dem Mann wird vorgeworfen, Mitte August einen Arzt in dessen Praxis in Offenburg mit zahlreichen Messerstichen ermordet zu haben. Eine Arzthelferin, die den Angeklagten wohl aufhalten wollte, soll der Mann ebenfalls mit dem Messer verletzt haben. Die Staatsanwaltschaft wirft dem Somalier deswegen Mord und gefährliche Körperverletzung vor.

Mutmaßliche Gruppenvergewaltigung, Mord an einem Mediziner, Folter bei einer Straßengang: 2019 beginnen spektakuläre Prozesse. Ein Blick in den Terminplan der Gerichte im Südwesten.

Motiv: Rache für fehlerhafte Behandlung?

Die Anklage geht davon aus, dass sich der Mann „für eine aus seiner Sicht fehlerhafte ärztliche Behandlung rächen wollte“, heißt es in einer Mitteilung des Gerichts. So sei der Mann davon ausgegangen, dass der Mediziner ihn bei einer Blutabnahme vergiftet habe. Der Angeklagte sitzt seit August in Untersuchungshaft und schweigt bislang zu den Vorwürfen.

Ist der Mann psychisch krank?

Laut Gericht gehen Polizei und Staatsanwaltschaft davon aus, dass der Angeklagte möglicherweise psychisch krank ist. Deswegen wird die Verhandlung auch von einem psychiatrischen Sachverständigen begleitet.

Das Gericht hat zunächst sechs Verhandlungstage angesetzt. Dabei sollen 40 Zeugen aussagen. Ein Urteil könnte demnach am 21. Februar fallen.

Mehr als 18 Schüler sind verletzt worden. Aktuell läuft der Einsatz der Polizei.