Die tödliche Hundeattacke, bei der am 30. Mai 2017 eine 72-jährige Frau aus Frohnstetten bei Stetten am kalten Markt (Kreis Sigmaringen) von einem Kangal tot gebissen worden war, wird vor dem Landgericht Hechingen neu verhandelt. Die beiden Angeklagten, die für den Angriff verantwortlich gemacht wurden, sind in Berufung gegangen. Das hat die Staatsanwaltschaft Hechingen bestätigt. Der Prozess vor der nächst höheren Instanz, dem Landgericht Hechingen, beginnt am 6. Februar.

Schmerzensgeld für Witwer des Opfers

Das Amtsgericht Sigmaringen hatte die Hundehalterin Erika S. im Juli 2018 wegen fahrlässiger Tötung zu eineinhalb Jahren Haft auf Bewährung, ihren Ex-Ehemann Gerd S., der den Hund beschafft hatte, ebenfalls wegen fahrlässiger Tötung zu zwei Jahren Haft auf Bewährung verurteilt. Außerdem sollten beide jeweils 100 Stunden gemeinnützige Arbeit leisten. Während ihrer Bewährungszeit von drei Jahren sollten sie keine Hunde halten dürfen, die mehr als 20 Kilogramm wiegen. Die Staatsanwaltschaft hatte zudem ein Schmerzensgeld in Höhe von 4000 Euro für den Witwer Wolfgang H. gefordert. Davon hatte das Gericht jedoch abgesehen, da beide Angeklagten arbeitslos sind.

Hund riss von der Leine los

Die 72 Jahre alte Frau war am Abend des 30. Mai 2017 an dem Haus vorbeigegangen, an dem der Kangal seit dem frühen Morgen angebunden war. In der Verhandlung vor dem Amtsgericht Sigmaringen wurde festgestellt, dass der Hund sich sofort aggressiv verhalten und sich mit seinem ganzen Gewicht in die Kette gehängt hatte. Dabei riss das Halsband. Der große Hund übersprang den 1,20 Meter hohen Zaun und fiel über die Frau her. Sie starb kurz darauf an ihren schweren Verletzungen an Hals und Kopf. „Für mich ist das sehr belastend, dass der Fall nochmal aufgerollt wird, nochmal Zeugen und Gutachter gehört werden. Ich hatte mir gewünscht, zur Ruhe zu kommen“, sagt Wolfgang H., der bis heute unter der tödlichen Attacke auf seine Frau leidet.

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