Land am Rand Oberschwaben ist unzüchtiger als man denkt

Biberach / Roland Müller 07.12.2018

Wir geben zu: Oberschwaben hatten wir als eher frömmliche Region eingeordnet. Als die Sorte Gegend, in der man im Sonntagshäs zur Messe schreitet, es für Ministranten eine Warteliste gibt und eine Party erst so richtig dufte ist, wenn der Kirchenchor sein Hosianna schmettert.

Dieses Weltbild, das stellen wir allmählich fest, entspricht nicht ganz der Wahrheit. So gibt es in Biberach derzeit einige Aufregung, weil eine örtliche Disco mit dem Party-Motto „Miststück sucht Stecher“ wirbt. „Die Party, bei der alles offen ist“, lautet der vieldeutige Zusatz, mit dem die Landjugend angelockt werden soll. Das klingt verdächtig nach dem Wahlspruch „alles kann, nichts muss“, der gemeinhin für Swinger-Clubs und ähnliche Epizentren der Unzucht reserviert ist.

Ohnehin scheint Oberschwaben einen größeren Hang zu Frivolitäten zu haben, als man vermuten würde. So stammt auch der halbwegs beliebte Partyschnaps „Ficken“ aus dem beschaulichen Laupheim. Der versaute Name des Likörs ist sogar beim Deutschen Patentamt offiziell als Marke eingetragen. Mögen die Laupheimer anfangs noch täglich bang zum Himmel geblickt haben, ob es schon Feuer und Schwefel regnet, hat man sich inzwischen daran gewöhnt.

So hat es wohl auch bei Sodom und Gomorra angefangen. Bekanntlich wurden die beiden Städte, die laut Bibel nachhaltig der Sünde anheim gefallen waren, zerstört, weil Abraham keine zehn anständigen Menschen mehr darin finden konnte. Ein bisschen was dürfte da also noch gehen, liebe Biberacher und Laupheimer!

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