Stuttgart / Jens Schmitz  Uhr
Dürre und Schädlinge setzen einigen Baumarten stark zu. Daher fordert Baden-Württemberg ein bundesweites Krisenprogramm.

Angesichts der zunehmenden Dürreschäden und des massiven Schädlingsbefalls fordert Baden-Württembergs Forstminister Peter Hauk (CDU) Soforthilfen und ein länderübergreifendes Notfallprogramm des Bundes. Unter anderem soll  eine CO2-Bepreisung nicht nur den Ausstoß des klimaschädlichen Gases bestrafen, sondern auch diejenigen belohnen, die der Atmosphäre Kohlenstoffdioxid entnehmen. Das könnte Besitzern von Wäldern zugutekommen.

Hauk arbeitet an einem Notfallplan für den Baumbestand im Südwesten, der unter Trockenheit, Hitze und hohem Borkenkäferbefall leidet. Bei einem Treffen der zuständigen Unions-Minister in Moritzburg bei Dresden will er am Donnerstag auf bundesweite Initiativen dringen. Bundesagrarministerin Julia Klöckner (CDU) schlägt vor, eine halbe Milliarde Euro in die Wiederaufforstung zu investieren. „Das halte ich für notwendig“, sagte Hauk. Neben Sofortmaßnahmen sei es aber auch nötig, zu erforschen, welche Baumarten mit einem veränderten Klima zurechtkommen. Hauk will zudem einen Notfallfonds für klimabedingte Katastrophenschäden anregen. „Es wäre vermessen zu glauben, mit dem Jahr 2019 wäre das Thema erledigt.“

Senkung und Bepreisung von CO2

Als Bestandteil einer langfristigen Strategie versteht Hauk auch seine Forderung, bei der derzeit diskutierten CO2-Bepreisung auch Senkungen zu berücksichtigen: „Wenn ich die bestrafe, die CO2 ausstoßen, muss ich doch die belohnen, die dafür auch CO2 aufnehmen.“ Wälder oder Moore trügen dazu in großem Stil bei.

Kurzfristig sei es vor allem wichtig, totes und von Borkenkäfern befallenes Holz aus dem Wald zu bekommen. Aber: „Selbst wenn man wollte, wenn man Geld hätte, würde man keine Kapazität mehr bekommen, weil überall in Europa derzeit die Hütte brennt“, sagte Hauk. Besondere Sorgen bereitet ihm der Niedergang der Buche. Er will Anfang September  betroffene Verbände zu einem „Waldgipfel“ einladen, um das weitere Vorgehen zu beraten.

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