„Gibt es nicht genug schon Hass, gibt es nicht genug Schmerzen?“ Solche braven Töne schlägt der bayerische Liedermacher Hans Söllner gerne an. Es sei denn man ist Polizist, dann schlägt der Pazifist nochmal ganz anders zu: Vor einigen Tagen war mal wieder zu lesen, dass der Musiker seine Freunde und Helfer aufs Übelste beschimpft haben soll. Ziemlich feige, versteckt hinter dem Bildschirm, hat er an die Facebook-Wand „bescheuerte Befehlsempfänger“ und „kleinkarierte Hosenscheißer“ geschmiert. Das wollte sich die Polizei nicht gefallen lassen, also hat man ihn mit einer Anzeige wegen Beamtenbeleidigung bei den Kameraden angeschwärzt. Für den Rabauken bedeutet das nun fünf Euro in die Staatskasse, vielleicht auch mehr. Der Söllner hat ja mal in einem Interview erzählt, er hätte wegen seiner ganzen Pöbelei sogar schon 300 000 eingezahlt. Aber Entwicklungspsychologen warnen davor, in der kritischen Altersphase jede Geschichte für bare Münze zu nehmen. Und Hans wird demnächst vier(undsechzig).

Ungerecht ist die Sache aber schon, weil die Beamten angefangen haben: Vor einem Konzert in der Stadthalle Buchen (Neckar-Odenwald) hatte die bei einer Rauschgiftkontrolle einfach so, ohne zu fragen, 4,5 Gramm Marihuana aus dem Publikum mitgenommen. Dafür aber hat am Ende keiner geraucht. Und das, obwohl man sich beim Spielen im Freien das Gras doch immer ganz gerne in den Mund gesteckt hat. Aber den Tagen im Kindergarten ist man eben doch schon entwachsen.