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Ein mutmaßliches Mitglied der Terrororganisation Dschabhat al-Nusra muss sich von Freitag an vor dem Stuttgarter Oberlandesgericht verantworten. Die Bundesanwaltschaft wirft dem Syrer vor, er habe sich 2012 der Vereinigung angeschlossen und sei innerhalb kurzer Zeit in eine führende Position aufgestiegen.

Die Ermittler werfen ihm vor, als Leiter der „Scharia-Polizei“ in der eingenommenen Stadt Tabka Befehle der „Scharia-Richter“ ausgeführt zu haben. Scharia ist die arabische Bezeichnung für islamisches Recht und beruft sich auf den Koran und die überlieferte Lebenspraxis des Propheten Mohammed. Bei den Befehlen habe es sich um Verhaftungen, das Bestrafen von Dieben und Absichern öffentlicher Auspeitschungen gehandelt, heißt es in der Anklage.

Darüber hinaus soll der der 37-Jährige an Kampfhandlungen gegen syrische Regierungstruppen beteiligt gewesen sein und dabei gegen das Kriegswaffenkontrollgesetz verstoßen haben. Der Syrer war im August 2018 im baden-württembergischen Landkreis Calw festgenommen worden und sitzt seither in Untersuchungshaft.