Raubtier Mit dem Gewehr gegen den Wolf?

Wolfsriss in Bad Wildbad.
Wolfsriss in Bad Wildbad. © Foto: Foto: Christoph Schmidt/dpa
Stuttgart / Petra Walheim 04.09.2018
In Niedersachsen wird gefordert, dass sich Schäfer gegen den Wolf bewaffnen dürfen. Hierzulande wird das ausgeschlossen.

Die Idee von Wendelin Schmücker, Vorsitzender des Fördervereins der Deutschen Schafhaltung, kommt etwas schräg daher. Kann aber auch als Ausdruck der großen Not interpretiert werden. Der Not, die die Schäfer in Niedersachsen offenbar mit der Abwehr der Wölfe und dem Schutz ihrer Herden haben. Wendelin Schmücker fordert, dass sich Schäfer bewaffnen dürfen, um Wölfe von ihren Herden fernzuhalten. Das berichtet der NDR. Der Schäfer sehe im Einsatz von Schusswaffen zum Vergrämen oder Töten von Wölfen die letzte Möglichkeit, seinen Betrieb zu retten. Das lässt tief blicken.

Auf die Frage, was in Baden-Württemberg von dem Vorschlag gehalten wird, winkt eine Sprecherin des Umweltmi­nisteriums ab. Der Wolf sei ein in ganz Europa streng geschütztes Tier, das weder verletzt noch ­getötet werden darf, sagt sie. Wenn überhaupt, dürften nur „verhaltensauffällige“ Wölfe mit einer Ausnahmegenehmigung getötet werden, also Tiere, die mehrfach in Schafherden einbrechen oder Menschen angreifen. Selbst die Vergrämung des Wolfes, also ihn mit Gummigeschossen zu ver­treiben, dürfe nur von „geschultem Personal“  vorgenommen werden.

Waffenbesitz streng geregelt

Aus dem Innenministerium kommt der Hinweis, dass Erwerb, Besitz und das Führen von Waffen gesetzlich streng geregelt und deshalb nur wenigen Privatpersonen  erlaubt sei. Anders ist es im Nachbarland Schweiz. Dort kann jeder eine Waffe besitzen. Dort gehen Schäfer mit Gewehren gegen Wölfe vor. Anders könnten sie ihre Herden nicht mehr schützen, sagt eine Schäferin.

Gernot Fröschle, der durch eine Wolfsattacke Ende April bei Bad Wildbad (Kreis Calw) mehr als 40 Schafe verloren hat, hält vom Waffeneinsatz gegen Wölfe nichts. Er wolle mit Waffen nichts zu tun haben, sagt er. „Ich kann mir nicht vorstellen, einen Wolf zu erschießen.“ Damit ist er sicher eine Ausnahme unter den Schäfern. Anette Wohlfarth, Geschäftsführerin des Landesschafzuchtverbandes, sieht die Bewaffnung der Schäfer durchaus als „eine Möglichkeit“, die Herden zu schützen.

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