Mit Schmerzensgeldleistungen im einstelligen Millionenbereich für Betroffene von sexuellem Missbrauch rechnet Gebhard Fürst, Bischof der Diözese Rottenburg-Stuttgart, in seinem Bistum. Das sagte er in einem Interview mit der Südwest Presse. Das Geld soll aus Gewinnen kircheneigener Einrichtungen genommen werden. Kirchensteuern oder Leistungen des Staates würden für die Entschädigungen nicht eingesetzt.

Die Deutsche Bischofskonferenz hatte sich in der vergangenen Woche auf Grundsätze zur Entschädigung von Missbrauchsopfern geeinigt. Eine unabhängige Expertenkommission soll künftig über die Auszahlungen entscheiden. Das Gremium soll sich in den nächsten Monaten konstituieren.

In der Diözese Rottenburg-Stuttgart waren seit 1947 insgesamt 181 Taten und nicht verifizierbare Beschuldigungen bekannt geworden. Viele stammen aus den 60er, 70er und 80er Jahren.