Das schwerste Abitur seit 15 Jahren? So sehen es manche Lehrer in Bayern. Ähnlich äußern sich die Schüler, erzählen von Tränen, die es gegeben hat. Vor allem bei denjenigen, die sowieso vor Mathe gezittert haben oder einen guten Schnitt für ihr Wunsch-Studium brauchen. 

Baden-Württemberg: Schüler zufrieden

An den baden-württembergischen Gymnasien herrscht dagegen Einigkeit: Die Aufgaben waren völlig in Ordnung, alles gut zu bewältigen. Wie kann das sein, wenn das Abi doch vergleichbar sein soll? Ganz einfach: Die Länder wählen aus einem Pool ihre Aufgaben, müssen diese nicht mal eins zu eins übernehmen, sondern können noch einiges ändern.

Mathe-Abi: Der Grund für die große Aufregung um die Prüfung in Bayern

Nicole Fuchs und Sarah Preising schreiben am Illertal-Gymnasium in Illerzell Abitur. Beide sind gute Mathe-Schülerinnen. Sie erzählen, dass die Zahl der Verständnis-Aufgaben viel größer gewesen sei als in den Vorjahren. Zudem seien die Texte teils sehr umständlich formuliert gewesen, manchmal mit Informationen, die nicht notwendig waren. Deshalb ist vielen die Zeit ausgegangen. Es dauerte zu lange, um die Aufgabe zu verstehen und auch bei den Antworten habe man viel Zeit für Erklärungen gebraucht.

„Wir haben zur Vorbereitung die Mathe-Aufgaben aus den vergangenen Jahren gehabt“, sagt Nicole Fuchs: „Ich hatte das Gefühl, dass im Vergleich zu denen sehr viel weniger Standard-Aufgaben drin waren. Dafür musste man sich viel mehr selber herleiten.“ Bisher sei der Teil A meist leichter gewesen, „wo man anwenden kann, was man gelernt hat. Das war dieses Jahr gar nicht so, der war eher schwerer als der Teil B.“ Was vor allem für schwächere Mathe-Schüler ein Problem war, denn mit Lernen und Üben sei wenig zu machen, wenn das Mathe-Verständnis fehle: „Es ist einfach schade und unfair gegenüber den Lernwilligen und Fleißigen.“ Um nicht in Zeitdruck zu geraten, habe sie bei einigen Aufgaben einfach geraten, sagt Sarah. Sie wollte eigentlich eine Zwei in Mathe. „Aber das wird wohl nichts.“

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