Maria H. Mutter meldet sich zu Wort: „Mein Kind wurde manipuliert“

Im seltsamen Fall der vermissten Maria H. aus Freiburg hat sich nun ihre Mutter auf Facebook zu Wort gemeldet.
Im seltsamen Fall der vermissten Maria H. aus Freiburg hat sich nun ihre Mutter auf Facebook zu Wort gemeldet. © Foto: Patrick Seeger/dpa
Freiburg / Petra Walheim 11.09.2018
Maria H. hat bei der Polizei ihre Aussage korrigiert. Die Mutter erklärt, der Täter habe ihre Tochter manipuliert.

Maria H., die fünf Jahre verschwunden war und seit Ende August wieder in Freiburg ist, hat gegenüber der Polizei ihre erste Aussage korrigiert. Sie sei nicht alleine mit dem Fahrrad durch osteuropäische Länder gezogen, sondern gemeinsam mit Bernhard Haase.

Mit ihm habe sie im Sommer 2013 Polen verlassen, informierte die Polizei gestern in einer Pressemitteilung. Sie seien durch Osteuropa nach  Italien gefahren. Vor zwei Jahren hätten sie in Sizilien gemeinsam eine Wohnung bezogen. Um Geld für ihren Lebensunterhalt und die Miete zu verdienen, hätten sie beide als Tagelöhner gejobbt, so die Polizei.

Maria habe auch Angaben über „die Art und Ausgestaltung der Beziehung“ zu dem 40 Jahre älteren Bernhard Haase gemacht, schreibt die Polizei. „Vor dem Hintergrund der aktuellen Ermittlungen werden hierzu gegenwärtig keine Inhalte veröffentlicht“, stellt die Polizei klar.

Maria H. hatte Bernhard Haase, der aus Blomberg in Nordrhein-Westfalen stammt, 2013 als 13-Jährige im Internet kennengelernt. Sie hatten sie mehrfach in  Freiburg getroffen, bevor sie Anfang Mai 2013 zusammen verschwunden sind. Die Polizei ging von einer Liebesbeziehung aus und dass Maria H. mit Haase freiwillig mitgegangen ist.

Mutter äußert sich auf Facebook

Vor knapp zwei Wochen, nunmehr 18 Jahre alt und volljährig, hat sich Maria über soziale Netzwerke bei ihrem Vater in Freiburg gemeldet. Sie wurde am 31. August von Freunden der Familie aus Mailand abgeholt.

Mehr als fünf Jahre lang hatte die Mutter über Facebook nach ihrer Tochter gesucht. In ihrem letzten Eintrag vom Montag schreibt sie, Maria habe „auf eigenen Wunsch“ umfänglich bei der Kripo Freiburg ausgesagt und ihre  erste Aussage revidiert. „Aussagen, die sie bisher gemacht hatte, machte sie im Versuch, Herrn Haase zu schützen“, schreibt die Mutter.

Maria sei noch immer „nicht so richtig klar, dass Täter Leben zerstören und nicht diejenigen, die über eine Tat berichten“. Weiter teilt sie mit, dass ihr trotz der vielen Gesprächen mit Experten und der ständigen Suche nach ihrer Tochter bis vor ein paar Tagen nicht klar war, „in welchem Maß mein Kind manipuliert war und leider auch noch immer ist“.

Bernhard Haase, der mit internationalem Haftbefehl gesucht worden war, ist am Freitag in Sizilien festgenommen worden. Die Polizei hatte ein leerstehendes Haus überprüft und war auf den 57-Jährigen gestoßen. Nach Angaben der Polizei hatte er einen Rucksack mit mehreren tausend Euro und mehreren Handys bei sich. Er sitzt in Italien in Haft. Die Staatsanwaltschaft Freiburg bereitet gegenwärtig den Auslieferungsantrag vor.

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