Natur Zum Schutz der Augenwurz

Die seltene Augenwurz soll am Lochenstein geschützt
werden.
Die seltene Augenwurz soll am Lochenstein geschützt werden. © Foto: Martin Engehardt
Zollernalbkreis / Hardy Kromer 30.11.2016

In Zusammen­arbeit mit dem Naturschutzzentrum Obere Donau in Beuron hat das Regierungspräsidium ein Projekt gestartet, um der Augenwurz am Lochenstein wieder eine Chance zu geben. Die Augenwurz, eine 15 bis 30 Zentimeter hohe Pflanze, ist eine Verwandte der Wilden Möhre. Sie wächst in kleinen Beständen auf Felsköpfen und in Felsspalten von Schwammfelsen des Albtraufs, ihrem deutschlandweit einzigen Standort außerhalb der Alpen.

Die Felsen der Schwäbischen Alb sind etwas ganz Besonderes: Dort gedeihen Pflanzenarten, die mit ein paar Krümeln Feinerde in den Felsspalten sowie einem extremen Klima auskommen. Ein Beispiel dafür ist die Augenwurz.

In ganz Baden-Württemberg hat sie nur am Lochenstein bei Balingen einige wenige natürliche Vorkommen. Seit rund 10 000 Jahren konnten sich diese Art und weitere genügsame Arten auf dem Fels am Lochenstein halten. Nun werden ihnen arglose Wanderer zum Verhängnis. Trockenheit und Nährstoffarmut halten die Pflanzen ganz gut aus, aber durch den Tritt vieler Bergschuhe ist ihr Schicksal besiegelt: Viele Pflanzen sind schon beschädigt oder ganz verschwunden. An diesen Stellen ist der Fels fast vegetationsfrei. Nur an den weniger betretenen Randbereichen findet man noch einige Exemplare der stark gefährdeten Pflanze.

Um diese Restvorkommen zu schonen und ihnen die Möglichkeit zu geben, sich wieder auszubreiten, sollen sich die Besucher im Naturschutzgebiet Lochenstein künftig nur auf der Ostseite des Felsens aufhalten. Eine Infotafel klärt über die Schutzbedürftigkeit der Felsvegetation auf und ein Seil lenkt den Besucherstrom auf den Ostteil des Felsens. Der Westteil mit Restbeständen der Augenwurz soll der Regeneration der Pflanzen dienen und künftig nicht mehr betreten werden. Der beliebte Aussichtspunkt am Kreuz bleibt dabei weiter zugänglich.

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