Zollernalbkreis Schule mit Chancengleichheit für alle Kinder

Die GEW hat Schulen in Vorarlberg und Südtirol besucht.
Die GEW hat Schulen in Vorarlberg und Südtirol besucht. © Foto: GEW
Zollernalbkreis / SWP 02.05.2018
Eine Bildungsreise führte Mitglieder der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) Zollernalbkreis nach Südtirol.

Eine von den Kreisvorsitzenden Bernd Romer und Martina Jenter-Zimmermann organisierte viertägige Bildungsreise führte Mitglieder der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) Zollernalbkreis nach Vorarlberg und Südtirol. Hier lernten sie an der Pädagogischen Hochschule in Feldkirch das Modellprojekt „Schule der Zehn- bis 14-Jährigen“ kennen. Es handelt sich dabei um eine Schulform, in der Kinder – vergleichbar mit der Gemeinschaftsschule – über die Grundschulzeit hinaus über acht Schuljahre gemeinsam lernen. Da auch in Österreich die Bildungsnähe des Elternhauses einen großen Einfluss auf die Bildungswegentscheidung nach Klasse 4 hat, ist eine wesentliche Intention der Modellschule, durch das längere gemeinsame Lernen aller Kinder mehr Chancengerechtigkeit zu erreichen. Damit wird Forschungsergebnissen Rechnung getragen, die belegen, dass Schulsysteme, in denen Kinder früh in unterschiedliche Bildungsgänge aufgeteilt werden, ein niedrigeres Maß an Chancengerechtigkeit aufweisen. Beeindruckend war die abschließende Hospitation in einer fächerübergreifenden, jahrgangsgemischten Unterrichtsstunde.

In Südtirol informierten sich die Lehrer in Sterzing über die in Italien bereits seit 40 Jahren praktizierte Inklusion und den gemeinsamen Unterricht aller Kinder bis zur Oberschule. Während Hospitationen in der fünfjährigen Grundschule, der dreijährigen Mittelschule und der fünfjährigen Oberschule konnten sich die Teilnehmer ein Bild machen, wie Inklusion tatsächlich gelingen kann. Angesichts der in unseren Schulen weitestgehend völlig unzureichenden Ausstattung inklusiver Rahmenbedingungen waren die deutschen Lehrkräfte beeindruckt von der materiellen und vor allem auch der personellen Ausstattung der Schulen. „Es ist eigentlich beschämend, dass unser Land so wenig dafür tut, dass Inklusion gelingen kann. Hier gibt es noch viel zu tun!“, zogen die Kreisvorsitzenden ein ernüchterndes Resümee.

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