Balingen / Jennifer Dillmann  Uhr
Was steckt wohl in einem Computer drin? Ab sofort können Kinder und Jugendliche ihre Neugier in der Balinger Wissenswerkstatt stillen.

Die „Wissenswerkstatt Zollernalb“ der VHS Balingen öffnete in der Lochenschule ihre Tore. Sie soll vor allem Kinder und Jugendliche, aber auch Erwachsene auf die digitale Zukunft vorbereiten.

Die Eröffnung der „Wissenswerkstatt Zollernalb“ stand im Zeichen von Innovation und Fortschritt. Ottmar Erath, Leiter der Balinger Volkshochschule, stellte das Konzept vor. Teil der Wissenswerkstatt ist die Jugend-Technik-Schule, die seit dem Jahr 2016 besteht, das Coding College, die Gründerwerkstatt sowie die Forscherwerkstatt. Zentrale Angebote ermöglichen das Erlernen von Codieren und die Auseinandersetzung mit den modernen Computersystemen.

Im Vordergrund sollen die Freude und die Neugier stehen, um einen besonders guten Zugang zu den komplexen Inhalten zu ermöglichen. Über 270 Teilnehmer haben sich bereits für über 40 Angebote angemeldet.

„Die Förderung der MINT-Fächer ist wesentlich mehr als eine sinnvolle Freizeitbeschäftigung“, stellte Dr. Nicole Hoffmeister-Kraut, Ministerin für Wirtschaft, Arbeit und Wohnungsbau des Landes Baden-Württemberg, bei der Eröffnung klar: „Es geht um die Zukunft unseres Landes!“ Sie erklärte, dass die Angst vor der Digitalisierung nicht gerechtfertigt sei, und dass damit mehr Chancen als Nachteile für die Bevölkerung entstehen würden. Im Hinblick auf den Mangel an Fachkräften richte sie ihre Hoffnung auf die Jugend aus. „Sie bringt Neugier, Wissensdurst und Fantasie mit – das ist inspirierend!“, setzte sie fort. „Nur, wenn in unseren Unternehmen dieser kindliche Geist Einzug hält, können wir in die digitale Zukunft mit Tempo durchstarten.“ Auch wenn Baden-Württemberg die führende Industriekraft in Deutschland und über die Grenzen hinaus sei, verliert Hoffmeister-Kraut nicht den Ehrgeiz und forderte dazu auf, die Digitalisierung für BW zu einer Stärke zu machen.

Oberbürgermeister Helmut Reitemann nutzte in seiner Ansprache die Metapher des Zuges für die Digitalisierung: „Es besteht nicht die Möglichkeit, nicht einzusteigen. Wir können nur vorne einsteigen und Vorreiter der Innovation sein oder hinten einsteigen und uns passiv ziehen lassen.“ Da die Digitalisierung die Welt durchdringe, müsse man Kinder gut auf das neue digitale Zeitalter vorbereiten.

Auch Bürgermeister Reinhold Schäfer, der während der Begrüßung als Vorsitzender der Volkshochschule Balingen anwesend war, betonte, wie wichtig es sei, den Nachwuchs auf seine Zukunft vorzubereiten.

Katharina Höckh, Projektleiterin des Coding College, nahm der Mystifizierung um das Thema Technik und Digitalisierung den Wind aus den Segeln: „Sie alle haben heute morgen schon programmiert. Sie sind aufgestanden, haben sich im Bad die Zähne geputzt und sich für ein Brötchen oder das Müsli entschieden. Beim Programmieren handelt es sich eben darum: um den einfachen Ablauf der Dinge. Das ist nicht schwer, das kann jeder!“

Wie amüsant dieser einfache Ablauf der Dinge sein kann, bewies der humanoide Roboter, der von der Volksbank Hohenzollern-Balingen für 10 000 Euro bereitgestellt wurde. Während der Eröffnung wurde er auf den Namen „Vobi-Hobi“ getauft und präsentierte einen kleinen Tanz, auf den seine Programmierer ihn in den letzten sechs Wochen eingestellt haben. Selbst ein paar Worte wie „Puh, ganz schön anstrengend!“ brachte er zustande und begeisterte das Publikum.

Die Wissenswerkstatt verbucht derartige Erfolge, dass ein zweiter Standort in Haigerloch-Stetten in den Startlöchern steht. Diese Woche wurde der Mietvertrag unterschrieben.

Die Termine sind vor allem auf die Ferien und Wochenenden ausgelegt, da die Schüler genug Stress in ihrem Schulalltag hätten, so die Veranstalter.

Parallel zur Eröffnung fand der Abschluss des Pop-up-Labors Baden-Württemberg statt. Hier nahmen an 18 Powerworkshops über 400 Gäste teil und verbuchten einen erfolgreichen Schritt in Richtung Digitalisierung.

Selbst die Musik hatte am Samstag einen innovativen Charakter. „Duo Nandman“, das aus Fernando Felipe Arias und Christian Zimmermann besteht, präsentierten klassische Stücke am Keyboard mit elektrischer Interpretation.