Nusplingen Windräder auf dem Staufenberg?

SWP 21.04.2012
Die Nusplinger Gemeinderäte können es sich gut vorstellen, dass auf dem Staufenberg Windräder stehen. Die Bundeswehr wohl eher nicht.

Seit dem Regierungswechsel in Stuttgart steht die Windkraft wieder ganz oben auf der Agenda. Zehn Prozent der Energie in Baden-Württemberg soll nach dem Willen der Landesregierung im Jahr 2020 damit erzeugt werden.

Dadurch ändert sich auch das Gesetz: Haben die Regionalverbände bisher Vorrang- und Ausschlussgebiete für Windräder festgelegt, sollen sie künftig nur noch Vorranggebiete ausweisen. Mindestens drei Windräder müssen pro Fläche Platz finden. Zwar gibt es dann keine Ausschluss-Flächen mehr - dennoch aber Ausschluss-Kriterien: Abstandsflächen zu Wohngebäuden, Naturschutzbelange sowie Interessen des Militärs. Und gerade letztere trifft die Gemeinde Nusplingen.

"Der Bereich Staufenberg entlang der Gemarkungsgrenze und in Richtung Egesheim, Reichenbach und Obernheim würde sich durchaus für Windräder eignen", meinte Bürgermeister Alfons Kühlwein. Seinen Vorschlag begründete er vor allem mit der Windgeschwindigkeit, aber auch mit den zu erwartenden Pacht- und Gewerbesteuereinnahmen, die man nicht außer acht lassen dürfe. Ein weiterer Hintergedanke ist, mit diesem Standort den "Wildwuchs" von privaten Investoren zu verhindern. Laut Kühlwein müssen so genannte "Konzentrationsflächen" in den Flächennutzungsplan aufgenommen werden. Nur dann habe eine Gemeinde oder Stadt einen Einfluss darauf, wo sich die Rotoren drehen dürfen. Betreiber können sonst auf das Bundesbaugesetzbuch verweisen: Windkraftanlagen sind demnach grundsätzlich privilegiert.

Die Aussichten, dass Nusplingen auf die Windkraft setzen darf, sind nicht gut. Nicht nur wegen der militärischen Restriktionen. Die EnBW, die für die Gemeinde eine Strukturanalyse erstellt hat, weist daraufhin, dass der favorisierte Standort auch im Landschaftsschutzgebiet, im Naturpark und in einem Vogelschutzgebiet liegt.

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