Balingen Wie viel Zaun ist für Bizerba-Arena nötig?

Muss das Stadion komplett umzäunt werden, um die Sicherheit der Zuschauer gewährleisten zu können?
Muss das Stadion komplett umzäunt werden, um die Sicherheit der Zuschauer gewährleisten zu können? © Foto: Pascal Tonnemacher
Balingen / Klaus Irion 01.06.2018

Waldhof Mannheim, 1. FC Saarbrücken, Kickers Offenbach, SSV Ulm – klangvolle Traditionsnamen im Fußball. Auch jetzt noch, da diese Clubs alle vereint nur noch in der Viertklassigkeit unterwegs sind. Für die Fußballer der TSG Balingen indes ein Glücksfall. Mit dem Aufstieg in die Regionalliga dürfen sie sich in der kommenden Saison auf diese Gegner freuen.

Dass die Vorfreude auf diese Partien aber allzu häufig am Spieltag getrübt wird, haben die vergangenen Tage wieder einmal gezeigt. Das Saarland-Pokalfinale zwischen Saarbrücken und Elversberg (auch ein Balinger Gegner) musste wegen randalierender Saarbrücker für eine Viertelstunde unterbrochen werden. Das Relegationsrückspiel um den Aufstieg in die Dritte Liga zwischen Waldhof Mannheim und KFC Uerdingen wurde gar zehn Minuten vor Schluss wegen Ausschreitungen auf Mannheimer „Fan“-Seite abgebrochen. Und nach dem Finale um den Württembergischen Verbandspokal, das der SSV Ulm gewann, terrorisierten rechtsradikale Ulmer „Anhänger“ Fahrgäste im Zug von Stuttgart nach Ulm.

Risikospiele werden solche Begegnungen landläufig genannt. Sie vor allem sind der Grund, warum kleinere Vereine wie die TSG Balingen die Oberligameisterschaft – den größten Erfolg in der Vereinsgeschichte – nicht nur mit dem viel bejubelten Regionalligaaufstieg belohnt bekamen, sondern auch mit hohen Sicherheitsvorkehrungen bezahlen müssen.

Am kommenden Dienstag soll der Balinger Gemeinderat außerplanmäßig rund 250 000 Euro locker machen, um die Bizerba-Arena regionalligatauglich aufzurüsten. Im Mittelpunkt steht dabei neben dem Einbau von Stufen auf der Gegengerade und dem Einrichten eines Gästeblocks mit separatem Eingang, Kiosk und Toiletten, die Einzäunung des Stadioninnenraums. Und hier möchte die Stadtverwaltung Nägel mit Köpfen machen und auch die Balinger Stehränge hinter den Zaun verbannen. „Wir werden aber vor allem im Bereich der Haupttribüne auf ein mobiles Zaunsystem setzen, das bei anderen Veranstaltungen, zum Beispiel im Bereich Leichtathletik schnell abzubauen ist“, sagt Balingens Tiefbauamtsleiter Eduard Köhler. Die Komplettumzäunung habe den Hintergrund, dass die TSG Balingen bei Risikospielen dann nicht auf das Reutlinger Stadion ausweichen müsse.

Aber müsste sie das überhaupt? Der hessische Verein Stadtallendorf, letztjähriger Aufsteiger in die Regionalliga und von den Strukturen her durchaus mit der TSG Balingen vergleichbar, hat vorgemacht, wie es kostengünstiger und für die Sicht der heimischen Stehplatzbesucher besser geht. Man verzichtete auf eine Kompletteinzäunung. Stattdessen wurden nur bei Risikospielen weitere mobile Zäune aufgestellt, und es wurde die Zahl der Ordner erhöht. So konnten alle Heimspiele im kleinen Herrenwaldstadion stattfinden. Auch die gegen Waldhof Mannheim, den 1. FC Saarbrücken, die Offenbacher Kickers und den SSV Ulm.

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