Rückblick Wenig Regen, viel Sonne

Die Burg Hohenzollern thront über einem Sonnenblumenmeer. Das Foto entstand Anfang August zwischen Engstlatt und Bisingen – während eines überdurchschnittlich warmen und trockenen Sommers.
Die Burg Hohenzollern thront über einem Sonnenblumenmeer. Das Foto entstand Anfang August zwischen Engstlatt und Bisingen – während eines überdurchschnittlich warmen und trockenen Sommers. © Foto:  Roland Beck
Zollernalbkreis / Karl-Heinz Jetter 08.01.2018

Verglichen mit einer Periode von 30 Jahren – von 1981 bis 2010 – weist das Jahr 2017 eine um 1,2 Grad erhöhte Jahresdurchschnittstemperatur von 9,9 Grad Celsius und eine um 157,3 Liter gesenkte Niederschlagssumme von 714,3 Litern pro Quadratmeter aus. Die Sonne schien im zu Ende gegangenen Jahr 1842,1 Stunden – das sind 17,1 Stunden mehr als in der Vergleichszeit.

Der Winter von Dezember 2016 bis Februar 2017 war geringfügig zu warm, viel zu trocken und überdurchschnittlich sonnig.

Beim Niederschlag wies der Dezember 2016 einen Negativ­rekord aus – im ganzen Monat gab es nicht einen einzigen Regentag und aus den gelegentlichen Tropfen kamen als Monatsniederschlagssumme lediglich 1,5 Liter zusammen. Andererseits stellte der Dezember 2016 mit 136,4 Stunden auch einen Sonnenscheinrekord auf.

Der nachfolgende Januar begann und endete auf Stationshöhe schneelos. Dazwischen zeigte sich der Monat aber als strammer Wintermonat mit einer geschlossenen Schneedecke an 27 Tagen und anhaltendem strengen Frost. Auffällig ist der kälteste Tag des Jahres, der 7. Januar, mit minus 16 Grad.

Der Februar fiel wiederum zu warm aus. Der Monat blieb mit einer Mitteltemperatur von plus 4,1 Grad um 3,3 Grad über dem langjährigen Mittel, hatte nur 15 Frosttage und auch nur einen einzigen Tag mit einer geschlossenen Schneedecke.

Im Winter 2016/17 dagegen war es mit plus 0,8 Grad somit um 0,1 Grad wärmer, an Neuschnee kamen nur 28 cm zusammen, und Schnee lag auf Stationshöhe auch nur an 28 Tagen. Somit war es ein zu milder und ein zu schneearmer Winter. Sorgen machte aber insbesondere der fehlende Niederschlag. Hier stehen sich in diesen drei Monaten 62,3 Liter/Quadratmeter zu 158,4 Liter im Durchschnitt gegenüber – also nur rund 40 Prozent des Üblichen. Beim Sonnenschein sieht die Bilanz besser aus – sie schien in diesen drei Monaten 334,7 Stunden – durchschnittlich sind es 243,6 Stunden.

Warmes, trockenes Frühjahr

Auch das Frühjahr vom März bis zum Mai war zu warm, sonnenscheinreich doch wiederum zu trocken. Der März wurde mit einer Mitteltemperatur von 7,8 Grad zum wärmsten seit Bestehen der Wetterstation.

Zusammengefasst und statistisch betrachtet war der April im Witterungsverlauf ein durchschnittlicher Monat. Doch dieses Durchschnittswetter war das Produkt eines schillernden Aprilwetters, dessen Extremwerte sich dann gegenseitig ausglichen. Der schlimmste Tag war der 20. April. In der Nacht zum 20. April sank die Lufttemperatur an der Station auf minus 6 Grad, und am Boden auf minus 7,3 Grad ab. Das war zu viel für die Blüten und die werdenden Früchte: Über Nacht war es vorbei mit der Hoffnung auf eine reiche Obsternte.

Der Sommer vom Juni bis zum August war ebenfalls zu warm, etwas trockener und durchschnittlich sonnig.

Im Jahr 2017 kann der Juni in Richtung Sommer Rekordwerte bei Temperatur und Sonnenschein vorweisen. In der Gesamtbilanz war der Juni ein Super-Sommer-Monat. Der Juni verzeichnet auch den heißesten Tag des Jahres: den 22. Juni mit 33,7 Grad. Der Juli brachte endlich den ersehnten Regen. Den fehlenden Regen im Sommer holte aber auch der August nicht gänzlich auf.

Dunkle Herbstmonate

Mit einem im Witterungsverlauf eher herbstlichen als spätsommerlichen September ging der Sommer in den Herbst über. Es folgte eine Jahreszeit, in der der September zu kalt, der Oktober und der November deutlich zu warm ausfielen. Der Herbst war abgesehen vom November auch zu trocken. Auch die Sonne geizte in den Herbstmonaten mit Sonnenschein. Der vergangene Oktober bescherte in seinem Witterungsverlauf reichlich Sonnenschein, sommerliche Wärme, aber auch den ersten Frost. Die Temperaturspanne reichte dabei von plus 27,2 Grad bis minus 2,9 Grad. Der Monat fiel auch zu trocken aus, von den schlimmen Herbststürmen im Oktober wurde die Wetterstation nur gestreift. Der November fiel insgesamt zu nass und viel zu dunkel aus, doch der Monat war trotzdem zu warm.

Der Dezember zählt für die Meteorologen schon zum Winter. Im gerade vergangenen Monat war es am Monatsersten am kältesten, an Silvester am wärmsten. An Weihnachten war es mild, sonnig, windig und wiederum grün. Davor und im restlichen Monat war es recht wechselhaft mit Schnee, Frost, Wind, wenig Sonne aber vielen Regentagen – trotzdem fiel der Dezember zu trocken aus.

Rückblick: Das Jahreswetter in Zahlen

Temperatur Im Jahresmittel betrug die Temperatur plus 9,9 Grad (im 30-Jahres-Schnitt 8,7) Celsius. Frost gab es an 96 (99) Tagen und Eistage, an denen es ganztägig unter null Grad bleibt, wurden 21 (20) gezählt. Der kälteste Tag des ganzen Jahres war der 7. Januar mit minus 16 (-15,5) Grad Celsius. Die frostfreie Zeit dauerte vom 25. April bis 29. Oktober, also 188 (170) Tage.

Sommertage (25,0 und mehr Grad) kamen im Jahr 60 (44) zusammen, und „Heiße Tage“ (30,0 und mehr Grad) wurden stolze 22 (7) gezählt. Wärmster Tag vom ganzen Jahr war der 22. Juni mit 33,7 (33,2) Grad Celsius.

Niederschlag Insgesamt fielen 714,3 (871,6) Liter auf jeden Quadratmeter an der Messstelle. In der Summe hatte das vergangene Jahr 132 (129) Regentage – das sind Tage, an denen es einen und mehr als einen Liter pro Quadratmeter geregnet oder geschneit hat. Die größten Regenmenge innerhalb von 24 Stunden fiel am 25. April mit 22,2 (45,1) Liter/Quadratmeter. Der Wind frischte das Jahr an 76 (96) Tagen bis mindestens zur Windstärke sechs (39 Stundenkilometer und mehr) auf. Der Luftdruck schwankte zwischen 981,1 Hektopascal (am 11. Dezember) und 1043,3 Hektopascal (am 6. Januar). An 20 (25) Tagen wurden Gewitter registriert. Nebel gab es insgesamt an 9 (30) Tagen.

Sonne Insgesamt schien die Sonne am Beobachtungsort 1842,1 Stunden. Im Durchschnitt des Vergleichszeitraumes von 1991 - 2010 waren es 1825 Stunden.

Zurück zur Startseite Zum nächsten Artikel