Es wurde das Extremsport-Spektakel, das sich die Fans erhofft hatten: Die Stihl-Timbersports-Athleten begeisterten die Zuschauer am vergangenen Samstag im Gelsenkirchener Amphitheater und zu Hause vor den Bildschirmen mit sportlichen Höchstleistungen an Axt und Säge und Spannung bis zur letzten Sekunde, teilen die Veranstalter mit.

Machtwechsel wird vollzogen

Und zum krönenden Abschluss gab es auch einen hochkarätigen Machtwechsel an der Spitze: Robert Ebner setzte sich gegen den Favoriten Danny Martin durch und sicherte sich mit einem neuen Hot-Saw-Weltrekord seine siebte Meisterschaft.
Nachdem sie coronabedingt zweimal ausgefallen ist, avancierte die Deutsche Meisterschaft 2021 im Amphitheater Gelsenkirchen zum „Zuschauer-Comeback“. Und der frenetische Jubel der Fans übertrug sich von Beginn an auf die zehn besten Sportholzfäller des Landes, die sich für die lautstarke Anfeuerung mit einem spannenden Extremsport-Wettkampf bedankten. Insgesamt sechs Disziplinen, jeweils drei mit Axt und drei mit Säge, präsentierten die Athleten im Kampf um die nationale Meisterschaft und einmal mehr fiel die Entscheidung erst im großen Finale an der Rennmotorsäge Hot Saw, mit bis zu 80 PS.

Ein neuer Weltrekord

Dann war es Robert Ebner, der nur 4,87 Sekunden benötigte, um drei Scheiben von einem senkrecht verankerten Baumstamm zu sägen und sich so mit einem neuen Weltrekord den Titel sicherte – damit war Robert Ebner gleichzeitig der Erste, der diese Disziplin in unter fünf Sekunden bewältigen konnte.
Nach einer von Verletzungen geplagten Saison im Vorjahr verdiente sich Ebner dank einer herausragenden Performance und Tagesbestzeiten in Gelsenkirchen endlich seinen siebten Titel: „Ich habe immer an die Säge geglaubt und wollte es allen beweisen. Ich wollte Weltrekord schneiden und das Ding nach Hause bringen. Ich danke meiner Familie und bin unendlich froh, endlich meinen siebten Titel geholt zu haben.“

Von Franken nach Bickelsberg

Seine kleine Familie sind Ramona Rauch, die von 2017 bis 2019 amtierende Waldkönigin, und beider einjähriger Sohn. Das Amt der Waldkönigin hat das Paar vor drei Jahren zusammengeführt. Der gebürtige Franke ist deshalb ins Schwäbische gezogen.
Der Samstag war ein überaus erfolgreicher Tag für den sportlichen Familienvater: Vor dem letzten Heat an der Hot Saw gewann er bereits drei weitere Disziplinen und wurde Best Axe- und Best Sawman. Nur knapp dahinter musste sich der Favorit Danny Martin geschlagen geben. Der amtierende Meister verpasste die Titelverteidigung am Ende denkbar knapp und kommentierte dies so: „Es war ein sehr harter Wettkampf, ich habe mich sehr über den nationalen Rekord an der Stock Saw gefreut und kann mir nichts vorwerfen. Gratulation an Robert – er hat nach einem schweren Jahr und Verletzungen eine starke Leistung und einen Wahnsinns-Schnitt hingelegt.“

Ebner trainiert hart

Robert Ebner hat hart trainiert für diesen Erfolg. Auf dem Betriebsgelände seines Schwiegervaters, dem Forstunternehmer Günter Rauch, hat er dafür ideale Bedingungen. Im Gespräch mit der Redaktion erzählt er, dass er im Winter mindestens zweimal pro Woche auf dem Gelände in Bickelsberg und im Fitnessstudio anzutreffen ist. Im Sommer absolviert er tägliche sportliche Einheiten. Der Forstwirtschaftsmeister betreibt den Sport seit 16 Jahren und kann jetzt sieben Titel, darunter den des Vize-Weltmeisters, vorweisen.

Der Kopf war stark

Der Wahl-Bickelsberger arbeitet seit dreieinhalb Jahren mit seiner eigenen Säge, die einen Wert von rund 10.000 Euro hat und vor dem Wettkampf von einer Jury abgenommen wurde. Im Vorfeld der Meisterschaft hat er dieses Mal intensiv mit der getunten Säge trainiert, berichtet er. „Weil ich diesen Wettkampf unbedingt gewinnen wollte.“ Dass es nun geklappt hat, schreibt er seiner starken Willenskraft und der Rückendeckung seiner Familie zu: „Mein Kopf war sehr stark.“

Ebner misst sich mit der Welt-Elite

Ebner fährt im September zur EM in die Schweiz. Für den 2. Oktober ist die WM in München terminiert – ohne Publikum. Für die Weltmeisterschaft qualifizieren sich die nationalen Meister der Überseenationen Australien, Kanada, Neuseeland und USA sowie die besten acht europäischen Landesmeister, also ein Stelldichein der besten Sportholzfäller der Welt. Der Weltrekordhalter hofft, dass der Termin wegen Corona nicht ins Wanken gerät und rechnet sich gute Chancen auf einen Titel aus: „Es wäre möglich.“

Die Wurzeln des Wettbewerbs

Stihl Timbersports ist eine internationale Wettkampfserie im Sportholzfällen. Ihre Wurzeln liegen in Australien und Neuseeland, Kanada und den USA. Um die Besten ihres Standes zu ermitteln, veranstalten die Waldarbeiter dort von jeher lokale Wettkämpfe im Holzfällen. Aus diesem Kräftemessen haben sich im Laufe der Zeit professionelle Veranstaltungen auf hohem sportlichem Niveau entwickelt. Bei den nationalen und internationalen Wettkämpfen der Königsklasse im Sportholzfällen treten die Athleten in drei Axt- und drei Sägedisziplinen gegeneinander an. Springboard, Underhand Chop und Standing Block Chop gehören zu den klassischen Axtwett-bewerben; bei der Single Buck (Zugsäge), der Stock Saw (handelsübliche Motorsäge) und der Hot Saw (bis zu 80 PS starke, getunte Motorsäge) kämpfen die Sportler mit Sägen um Bestzeiten. Weitere Informationen auf stihl-timbersports.de.